Die älteste erhalten gebliebene Kirche Berlins steht nicht im Zentrum der Stadt, sondern an ihrem Rande, in der Mitte der schönen, großen Dorfaue von Marienfelde. Gebaut wurde sie um 1220 von den Rittern des Templerordens, errichtet aus Granitquadern, mit einem massigen, breiten und gedrungenen Turm. Mit ihren dicken Mauern und den ursprünglich nur sehr schmalen Fenstern diente sie auch dem Schutz gegen feindliche Überfälle.
Im Laufe der Zeit wechselte sie des Öfteren den Besitzer und wurde im Inneren verschiedentlich umgebaut. Das Äußere wurde jedoch nur wenig geändert und der Dachstuhl, so berichtet der Pfarrer, ist sogar noch im Original erhalten, also um die 800 Jahre alt. In ihrer jetzigen Form soll die Kirche weitgehend wieder dem ursprünglichen Erscheinungsbild entsprechen, im Inneren lassen die weiß verputzten Wände die Unregelmäßigkeiten der groben Feldsteinmauern durchscheinen. Die Ausstattung der Kirche ist bis auf die üppige Orgel eher spärlich: ein paar Bilder und ein Taufstein von 1629.
Die heutige Orgel kam erst 1994 in die Kirche, sie ist das Opus 983 der dänischen Werkstatt Frobenius und Sonner. Anlässlich ihres 15-jährigen Geburtstags finden 2009 von März bis Dezember zahlreiche Orgelkonzerte statt. Nähere Informationen dazu finden sich auf der Website der Kantorei.
Der Horror Vacui, die Angst vor dem Leeren, vor der kahlen Wand, hat wohl einst die Mauren beseelt, als sie ganze Räume mit Mosaik und Fliesen, den الزليج (al zulaij – polierte Steine) bedeckten, um die leere Fläche mit Ornamenten zu füllen. Diese Tradition der Azulejos haben Spanier und Portugiesen von den Mauren, die im Mittelalter die iberische Halbinsel für ein paar Jahrhunderte besetzt hielten, übernommen und beständig weiterentwickelt.
Im Azul hat der Horror Vacui ganz in der portugiesischen Tradition viel schönere Folgen gehabt als die allgegenwärtigen Grafitti im öffentlichen Raum. Schöne Azulejos bedecken rundum die Wände und verleihen dem Gastraum des Restaurants eine wirklich angenehme Ausstrahlung. Irgendwann muss hier mal ein portugiesisches Restaurant gewesen sein, von dem die Azulejos und der Name Azul geblieben sind. Die Homepage des Restaurants schweigt sich dazu leider aus aus, wie auch zu vielen anderen Dingen, die man gerne erfahren würde.
Portugiesisches Essen, wie man es beim Namen vielleicht vermuten würde, gibt es hier nicht, aber dem Horror Vacui des leeren Magens muss man sich hier nicht aussetzen. Nach langem Überlegen habe ich mich gegen die italienischen Nudelgerichte entschieden und stattdessen einen der vielgelobten Burger bestellt. Das war – hinterher weiß man eh immer alles besser – der falsche Entschluss, denn ich fand den Fleischklops im Sesambrötchen zwar nicht schlecht, aber eher langweilig und mit zu viel Salat und zu wenig Rosmarinkartoffeln ausgestattet. Und die Nudeln, die um mich herum gebracht wurden, sahen dann doch sehr verführerisch aus, auch wenn sie mir in den riesigen tiefen Tellern, in denen sie serviert wurden, etwas verloren vorkamen und schon rein optisch nach zu wenig aussahen.
Die Panna Cotta zum Nachtisch war zwar von Fruchtsoßen aus offensichtlich eigener Fertigung begleitet, aber ihr fehlte etwas der Eigengeschmack, was mir am fehlenden Zucker zu liegen schien. Den offenen Wein aus dem Extraangebot von der Tafel an der Wand fand ich recht ordentlich und mit großzügig eingeschenkten 0,2 l für 5 bis 6 € zwar nicht ganz günstig, aber doch noch tragbar bepreist.
Die »Welt« findet das von der »Zeit« gegründete Portal zwar nur eine Art Nutzloses Portal zur Gewissensberuhigung der Gutmenschen, ich finde aber, dass es für das Thema, wie man sich gegen Nazis wehren kann, einen ganz brauchbaren Ansatz liefert.
Unter dem Motto »Mit Rat und Tat gegen Rechtsradikalismus« findet man in der Rubrik Wissen Hintergrundinformationen über Rechtsradikale, unter Handeln Ratschläge für den Umgang mit Nazis und Informationen über Aktionen gegen Nazis und unter dem Titel Nach den Rechten sehen Pressemeldungen zur rechtsextremen Aktivitäten. Außerdem gibt’s ein Forum für Diskussionen zum Thema.
Ganz so effektlos wie die Welt meint, scheint es nicht zu sein: Immerhin reagieren die Deutsch-Nationalen der Jungen Freiheit getroffen, wenn sie unter den Blättern aufgeführt werden, die die Rechtsextremen gerne lesen.
Vielleicht sollte sich auch Qype in die Liste der Sponsoren einreihen?
Porque el proletariado, mamita mia!
Ganó la guerra!
so singt Ernst Busch in einem der vielen Lieder zum Spanischen Bürgerkrieg:
Am Rande des Friedrichshains steht die »Gedenkstätte für die deutschen Interbrigadisten«, auch »Denkmal für die Spanienkämpfer« genannt. Im Spanischen Bürgerkrieg kämpften von 1936 bis 1938 ungefähr 40.000 Freiwillige aus vieler Herren Länder, darunter rund 4.000 Deutsche, in den Internationalen Brigaden an der Seite der Spanischen Republik gegen die rechten Putschisten unter General Franco, die von den italienischen Faschisten und den deutschen Nationalsozialisten ideell, materiell und mit Soldaten unterstützt wurden. Darunter auch die berüchtigte Legion Condor, die für die fast vollständige Zerstörung Guernicas verantwortlich ist.
Die monumentale Plastik »Spanienkämpfer« von Fritz Cremer dominiert das Denkmal. Dargestellt ist ein Brigadist, der mit erhobenem Schwert und geballter Faust gleichsam aus dem Schützengraben aufspringt und sich den Feinden der Spanischen Republik entgegenstellt.
Ein doppelseitiges Relief des Bildhauers Siegfried Krepp zeigt Szenen aus dem Spanischen Bürgerkrieg. Die der Straße zugewandte Seite zeigt unter anderem die Stadt Madrid, umschlungen von einem Band mit der Zeile »Madrid du wunderbare. Mamita mia« aus dem oben zitierten Lied von Ernst Busch.
In den Boden eingelassen ist eine Bronzeplatte mit dem nüchternen Text »Gedenkstätte der deutschen Interbrigadisten. Spanien 1936-1939«. Sie ist Ersatz für eine 1990 bei einem rechtsradikalen Sprengstoffanschlag zerstörte Tafel, auf der stand: »Ruhm und Ehre den dreitausend deutschen Antifaschisten, gefallen 1936-1939 im Freiheitskampf des spanischen Volkes. Sie kämpften in den Reihen der glorreichen Internationalen Brigaden gegen den spanischen, deutschen und italienischen Faschismus für die Befreiung unserer Heimat vom faschistischen Joch. Ihr Kampf, beseelt von den großen Ideen des proletarischen Internationalismus und wahren Patriotismus, bleibt unvergängliches Vorbild der Jugend unseres sozialistischen Vaterlandes.«
Die DDR hatte den Antifaschismus zu ihrem Gründungsmythos erhoben und dabei dem Kampf der Freiwilligen gegen die Franco-Truppen einen besonderen Stellenwert beigemessen. Dass auch in den Reihen der Spanienkämpfer unter der Führung der Sowjetunion stalinistische »Säuberungen« stattgefunden haben, wurde dabei geflissentlich ignoriert.
Eingeweiht wurde die Gedenkstätte im September 1968 mit großem Zeremoniell, stellte doch im Verständnis der DDR der Einsatz der antifaschistischen Widerstandskämpfer in Spanien den ersten Schritt zur Befreiung Deutschlands vom Faschismus dar.
Hier gibt es Berichte und Fotos zu Moabit, dem Berliner Ortsteil, in dem ich lebe, zu Architektur, Industriearchitektur, Siedlungen der Moderne, Kirchen und Dorfkirchen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern und natürlich auch zu Restaurants, Imbissen und Hotels.
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