Ende Februar hat das Bewertungsportal Qype, für das ich auch mehr als zwei Jahre Beiträge geschrieben habe, einen Relaunch hingelegt, wie man ihn katastrophaler nicht gestalten kann. Alle alten Fehler wurden sorgsam übernommen und um etliche neue ergänzt, die Farbgestaltung ist kopfschmerzerzeugend, die gesamte Anmutung der Seiten mit Kästchen, Farbverläufen und chaotisch angeordneten Bedienelementen unterschiedlicher Art scheint mir ein Lehrbeispiel dafür, wie man es besser nicht machen sollte, und die Gebrauchstauglichkeit (Usability) ist vollkommen im Keller. Die Community, die die Inhalte liefert, fühlt sich zu recht veräppelt.
Wie schreibt die Wikipedia so schön im Artikel zu Relaunch: „Nicht immer führen Relaunches zum gewünschten Erfolg. Den hinzu- oder zurückgewonnenen Kunden steht in vielen Fällen eine bestimmte Anzahl Kunden gegenüber, die – von den Neuerungen verärgert – vehement eine Rücknahme des Relaunches fordern und sich schlimmstenfalls von dem jeweiligen Produkt abwenden„.
Richtig zum Lachen (bis die Tränen kommen) sind die neu eingeführten geographischen Bezüge der besprochenen Plätze zu Stadtteilen. Da werden etliche Plätze mal eben in benachbarte Stadtteile verschoben, die Kilometer entfernt sind und große Teile von Prenzlauer Berg liegen auf einmal in Rahnsdorf. Und der Hit ist die Übersichtskarte von Berlin mit den Stadtteilen:

Da frage ich ich doch, was dieses viel zu dicke, blaue Band sein soll, das Berlin in zwei Hälften teilt. Soll das die Berliner Mauer sein? Oder gar die Spree? Die läuft aber nach der Darstellung einschlägiger Kartenwerke ganz anders, nämlich nicht nördlich, sondern südlich an Moabit vorbei, und das in ein paar schönen Kurven.
Es scheint doch schon eine recht große intellektuelle Herausforderung zu sein, den Verlauf der Spree erst einmal richtig und dann auch noch graphisch ansprechend in die Karte einzuzeichnen.
Nachtrag 13. März 2009: Das Qype-Team hat die intellektuelle Herausforderung angenommen: Der Verlauf der Spree wurde korrigiert, der Landwehrkanal und ein wenig Teltowkanal hinzugefügt. So richtig stimmt das jedoch immer noch nicht.

Darunter steht dann manchmal noch ein weiterer Kasten, mit dem man angeblich einen Ortsteil entdecken kann, allerdings findet sich unter dem Titel „Entdecke Moabit“ oder „Entdecke Prenzlauer Berg“ nichts anderes als eine Liste der Ortsteile:

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