Eine nachhaltige Zukunft für die Arminiushalle?
Die Arminiushalle scheint dank eines fehlenden tragfähigen Nutzungskonzepts ziemlich abgewirtschaftet, und der Eigentümer, die Berliner Großmarkt GmbH, hat schon vergeblich versucht, die Halle über den Berliner Liegenschaftsfonds zu verkaufen. Nun fand ich über das Zunftblog überraschenderweise die Arminiushalle in einer Konzeptstudie samt Video wieder — hat die Halle möglicherweise eine Zukunft als Zunfthalle, nachdem zuerst nur für die ehemalige Rinderauktionshallen geplant wurde?

Ein Klick aufs Bild öffnet eine Seite von kultobjekt.info, dort das Video starten.
Mehr zum Konzept, nach dem die Arminiushalle zum »Leuchtturm der Kreativität und des guten Geschmacks« würde, findet sich auf den Seiten von Zunftnetz. Wenn das klappen würde und auch die paar verbliebenen kleinen Einzelhändler integriert werden könnten, wäre das doch schon ein großer Fortschritt, und uns blieben die von der Berliner Großmarkt GmbH vorstellbaren Nutzungen als Fitnesszentrum, Eventkino, Skaterbahn oder ähnliches erspart. Dann fehlt nur noch, dass das hässliche Rathaus abgerissen wird und man wieder einen freien Blick auf die schönste der Berliner Markthallen erhält.

Alte Ansicht der Halle mit den heute leider nicht mehr vorhandenen Arkaden


Ja das grobe Rathaus muss weg, da sind wir einig. Wir sollten das Bürgerbegehren endlich anschieben.
Liebe Vilmoskörte-Leser,
ich denke, die Halle hat eine Zukunft, wenn man in offener, fairer und transparenter Form ein Konzept weiter entwickelt, das vor allem die regionalen Bezüge der möglichen Nutzungen in den Vordergrund stellt. Wir haben hier nachhaltige Vorstellungen, stehen gerne zu weiteren Informationen zur Verfügung und freuen uns auf zahlreiche Gespräche.
Herzlichen Gruß
Christoph Hinderfeld
http://www.die-zunft.de
Tel.: 06322/989794
Da (nachträglich ergänzt: nicht im Rathaus, sondern in der Zunfthalle) könnte das BioBackhaus auch einen Laden eröffnen, so richtig zünftig eben!
Was, im Rathaus?
Ähem, du hast Recht. Übrigens: Gegen einen Stand der Pâtisserie Lautz hätte ich auch keine Einwände.
Das gehört auch im Stadtteilplenum Moabit-West oder an anderer prominenter Stelle außerhalb des Internets vorgestellt!
Dazu müsste man wohl jemanden von der Die Zunft AG nach Moabit einladen, entweder zum Stadtteilplenum oder auch zu einer Veranstaltung bei Aktives Stadtzentrum Turmstraße.
Hallo, ich lese schon seit einiger Zeit hier sehr interessiert, weil ich demnächst in die Gegend ziehen werde. Bin ganz begeistert über solche Entwicklungen
Na dann schon mal vorab: Willkommen in Moabit!
bei solch Veränderungen bin ich mir nicht sicher ob das nun wirklich was positives oder negatives für den Kiez ist. Natürlich freue ich mich über Investitionen in Moabit, aber wenn damit ein Teil der alten Anwohnerschaft aus den Kiez gedrängt wird macht es mir schon Sorge. Alleine die Elberfelder Str. wirkt schon jetzt wie ein Prenzelberg Bereich. Eine Markthalle voll mit Feinkostläden, Bioprodukten, Weinläden etc. verdrängt mit Sicherheit den alten, guten Anwohner aus der Halle, auf den Satz „hier geht es nicht um teuer“ (wie im Zunftblog“ zu lesen) gebe ich rein gar nichts, aber vielleicht soll es so sein. Zugegeben, besser als Leerstand finde ich es schon;-)
Die Markthalle ist leider sehr schlecht besucht. Übrigens war es schon immer etwas teurer, dort einzukaufen, dafür bekam und bekommt man immer noch Qualität und Auswahl. Das wurde früher (ich kaufe dort schon mehr als 20 Jahre ein) offensichtlich viel mehr gewürdigt als heute, die Halle war immer sehr gut besucht, obwohl die Moabiter damals sicherlich nicht reicher waren als heute. Eine Aufwertung der Halle, so wie es auch mit der Marheineke-Halle in Kreuzberg (auch kein Ort der überdurchschnittlich Reichen) gut funktioniert hat, würde vielleicht auch der Arminiushalle gut tun – es muss ja nicht gleich ein Ort nur für Schicki-Micki-Typen werden. Dann kämen vielliecht auch die aus der Elberfelder dort einkaufen.
Ich würde es begrüßen, wenn die wenigen noch übrig gebliebenen Läden in ein neues Konzept integriert würden. Und der Bio-Markt, der Mittwochs vor der Heilandkriche stattfindet, könnte dort ja auch eine neue Heimat finden.
Hallo Dao 21,
was würden Sie sich wünschen? – ich freue mich auf Ihren Anruf, meine Kontaktadresse finden Sie weiter oben.
Freundlichen Gruß
Christoph Hinderfeld
http://www.zunftmagazin.de
P.S. Sie finden in unserem Ansatz übrigens immer einen Verweis auf Bürgerbeteiligung und CSR-Orientierung
ich empfehle eine gesunde Mischung oder besser gesagt ein Angebot für neue und alte Moabiter….die Idee mit dem Biomarkt finde ich z.B. passend. So in der Art sollte weitergedacht werden. Alt bewährtes erhalten, neues nicht störend integrieren. Keine Verdrängung sondern ein Miteinander. Natürlich alles wirtschaftlich passend, was wohl das eigentliche Problem ist. Schwere Aufgabe, zugegeben!
beste Grüße,
doa21
nach dem ich mich nun auf den Zunftseiten umgeschaut habe muss ich sagen, dass natürlich nicht nur der Biomarkt ein Zuhause finden sollte, sondern eben nach wie vor auch mal ein alter Berliner der Fahrradschlösser und Fusselbürsten verkauft.
Was mich etwas wundert, warum hat eine Firma mit „Lohas-Gedanken“ ihren Sitz in einer so großen Villa? Sieht für einen Laien (wie ich es bin) doch eher nach Wirtschaft aus.
Auf der 3Sat Seite zum Thema „Lohas“ finde ich ein Zitat von ihnen:
„Das Wachstum der Bio-Supermärkte spricht ja auch für sich, so dass ich glaube, dass sich viel mehr Menschen, die schon nachhaltig gedacht haben, jetzt von solch einer neuen Entwicklung etwas stärker anstecken lassen.“
Wenn ich mir die Planungsidee zur Zunfthalle durchlese, finde ich dort eine Ablehnung gegen große Handelsketten. Ich frage mich, ob ein Bio-Supermarkt im Prinzip nichts anderes ist.
Nur laut gedacht und in keinster Form negativ gemeint.
Hallo dao21,
1. zum Thema Villa: Erhalt eines Denkmals und nicht teurer als ein Neubau, zudem lässt sich (in der einen Hälfte, die andere hat einen anderen Eigentümer) gut (und kreativ) leben und arbeiten.
2. nachhaltiges Wirtschaften benötigt auch das Verständnis, dass Investoren (Eigenkapitalgeber) und Banken (Fremdkapitalgeber) im Regelfall eine ausgewogene Mischung von Risiken sehr gerne sehen (oder sogar erwarten). Somit mag ein geeigneter (sprich ein transparentes Wertesystem verstehender) Supermarktbetreiber (da gibt es ja auch kleinere und genossenschaftlich organisierte) eine Alternative sein.
3. der „alte Berliner“ ist, so er wertig denkt und arbeitet, mehr als herzlich willkommen.
Herzlichen Gruß – und ich freue mich immer noch auf einen Anruf zur weiteren Diskussion.
Christoph Hinderfeld
http://www.zunftmagazin.de
http://www.zunftwissen.org
Ich danke ihnen für die ausführliche Erklärung, klingt so gesehen alles sehr stimmig. Bin gespannt wie sich das Thema Markthalle weiter entwickeln wird und freue mich natürlich auf den alten Berliner/Moabiter, der mir dann auch hoffentlich ein neues Fahrradschloss verkaufen wird. Den Biosaft werde ich als Dankeschön in großen Literzahlen dort kaufen, nachweislich!
Ein Telefonat wird uns nicht weiterbringen, da ich eher im kulturellen Bereich tätig bin und in Sachen Gewerbe keine Eröffnungspläne habe. Sollten sie jedoch mal ein Kulturprogramm mit „nachhaltiger“ Wirkung benötigen, melden sie sich bitte bei mir. Hier kann ich sicherlich mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Meine E-Mail: street@rapplus.de
meine Show als Qualitäts Beispiel;-)
http://www.youtube.com/watch?v=ZW4hRMJ2iy0
ich wünsche viel Erfolg,
doa21 (Frank Wolf)