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Archiv für Juli 2009

Rätsel um Mies

27. Juli 2009 5 Kommentare

Auf dem Bordstein vor der Veteranenstraße 19 (neben dem Acud Kino) findet sich folgende Gedenkplatte aus Metall:

Ludwig Mies van der Rohe

1886 wurde Maria Ludwig Michael Mies in Aachen geboren. 1922 ergänzte er seinen Namen um den Mädchennamen seiner Mutter und nannte sich fortan Ludwig Mies van der Rohe — der Name, unter dem er als bedeutender Architekt der Moderne bekannt wurde (mein Dank geht an Wassily für den Hinweis auf die Bedeutung der Jahreszahl 1922).

Ich habe nichts finden können, was Mies mit der Veteranenstraße in Verbindung bringt. Wer Aufklärung zu bieten hat, möge bitte einen Kommentar hinterlassen.


Maria Ludwig Michael Mies

Veteranenstraße 19, 10119 Berlin
Artikel über Mies in der wikipedia

Luise ist zurück!

26. Juli 2009 2 Kommentare

Das Portal zur Berliner Stadtgeschichte, das der Luisenstädtische Bildungsverein unter www.luise-berlin.de erarbeitet und betrieben hatte und das ich oft und gerne benutzt habe, wurde Ende 2008 abgeschaltet, da der Verein keine finanzielle Unterstützung für den weiteren Betrieb des Portals vom Berliner Senat bekommen konnte. Ironischerweise verwiesen auch in der luisenlosen Zeit einige Seiten des offiziellen Stadtportals berlin.de für Details zur Geschichte auf www.luise-berlin.de.

Nun aber ist die luisenlose Zeit vorbei: Kaupert Media, der Verlag aus dem der Kauperts, der bekannte Berliner Straßenführer, stammt, ist in die Bresche gesprungen und hat das komplette Angebot von Luise wieder online gestellt. Großartig!

Wunderwurst

24. Juli 2009 3 Kommentare

In Berlin gibt es nicht nur temporäre Kunsthallen, sondern auch temporäre Imbisse. Obwohl, eigentlich hat der Urtyp der Berliner Currybude, so scheint es mir wenigstens, immer ein wenig einen temporären Charakter, denn seine Behausung war in der Regel der fahrbare Verkaufsstand, auch wenn dieser oft über Jahre hinweg am selben Platz stand. Was manchen piefigen Charlottenburger Bezirkspolitikern ein Graus war, weswegen sie ohne Rücksicht auf die Berliner Esskultur gegen diese stationär-mobilen Wurstbratereien vorgingen.

Wunderwurst
Wurst gibt’s hier auch ohne Helm und Arbeitsschuhe

Hier in Moabit dürfen sie noch, und diese Wurstbraterei ist wirklich temporär, denn sie ist auf dem ehemaligen Paech-Brot Gelände untergebracht, wo derzeit auf einer ziemlich großen Baustelle viel Eisen geflochten wird, das unter Tonnen von Beton begraben wird, um eine meterdicke Fundamentplatte herzustellen. Arbeiten macht hungrig, und wo hungrige Menschen sind, kann man gut einen Imbiss betreiben.

Wunderwurst
Wurst unter Kränen

Paech-Brot („ist in aller Munde“, sagte Kuno einst zu Kunigunde) gibt es hier — ebenso wenig wie anderswo — nicht mehr, aber Currywurst und anderes, was man so in Berliner Imbissbuden gemeinhin erwerben kann. Der Betreiber ist freundlich, die Wurst — es gibt mit und ohne Darm — ist in Ordnung, die Pommes auch, aber der Ketchup, Wunderwurst an dem die Wurst gereicht wurde, wollte mir nicht so recht munden, ich hätte mir eine würzigere Variante gewünscht.

Der Preis ist hier natürlich auch ein durchschlagendes Argument, es gibt wenig Plätze, wo man für 2,30 Curry mit Pommes bekommt. Und der Ausblick ist auch toll, neben der Currybude stehen Tisch und Bank unter einem Sonnenschirm und man hat eine gute Sicht auf Eisenflechter und Betongießer, hohe Kräne und schweres Gerät.


Birkenstraße Ecke Lübeckerstraße, 10559 Berlin

Abenteuer Deutsche Bahn

23. Juli 2009 2 Kommentare

Fast kein Unternehmen eignet sich in diesen Tagen für einen Berliner besser zum Draufschlagen als die Deutsche Bahn. Die Unbilden des Nichtfunktionierens eines wichtigen Nahverkehrsmittels erfährt man derzeit täglich in der Hauptstadt, wo die Raffgier eines Staatsunternehmens die Berliner S-Bahn in das ziemlich totale Versagen fuhr. Die angeblich Schuldigen sind geschasst und alle anderen beeilen sich darzulegen, dass nicht das Gewinnstreben, das Ausdünnen der Werkstätten, das Personaleinsparen usw. an der misslichen Lage schuld seien. Kein Paradebeispiel für »Deutschland – Land der Ideen«.

Wie dem auch sei. Nichts Böses ahnend machte ich mich gestern dienstlich auf den Weg nach Paderborn – morgens hin, abends zurück, das sollte doch gehen. Es geht – aber es bleibt wenig Zeit in Paderborn, denn die Bahn braucht glatte vier Stunden für die rund 400 km. In Hannover ist man ja dank ICE in etwas mehr als 1½ Stunden, aber dann braucht es für die restlichen 100 km noch mal fast zwei Stunden. Zwischen Hannover und Paderborn fährt nämlich nur eine S-Bahn. Für Berliner in diesen Tagen ein böses Omen. Und in der Tat, nach 20 Minuten Warten steht auf der Abfahrtstafel „ca. 10 Minuten später”. In entgegengesetzter Richtung soll die S-Bahn gar 30 Minuten Verspätung haben, da ist man ja schon froh, dass man nur mit 10 Minuten zu rechnen hat.

Verspätung
ca. 10 Minuten später

Bis der Zug dann losfährt, sind es 15 Minuten geworden. Weit kommen wir jedoch nicht, nur zwei Stationen später – noch in Hannover – heißt es: „Bitte alle aussteigen, der Zug endet hier“. Klasse. Dann wird noch mitgeteilt, dass es nun wegen eines Oberleitungsschadens mit dem berühmt-berüchtigten Schienenersatzverkehr weiterginge, die Busse würden schon bereit stehen. Nur bis Weetzen, da könne man wieder in die S-Bahn einsteigen. So lernt man also bei der Busfahrt die ländliche Umgebung von Hannover kennen, schöne niedersächsische Bauernhöfe stehen hier, Fachwerk mit Ziegeln.

In Weetzen dann keine S-Bahn. Denn die nächste fährt nach Plan pünktlich ab, und zwar eine Stunde später als die, mit der ich ursprünglich hätte fahren sollen. Bis zur Abfahrt sind es aber inzwischen auch nur noch 20 Minuten. Die S-Bahn kommt dann aus Paderborn und bleibt mit offenen Türen im Bahnhof stehen. Die gerade Angekommenen ahnen noch nichts von ihrem Glück, gleich mit dem Bus durch die niederdeutsche Tiefebene gekarrt zu werden, und bleiben, der Überzeugung voll, dass sie gleich nach Hannover weiterführen, auf ihren Plätzen sitzen. Keine Durchsage. Nichts. Weder im Zug, noch auf dem Bahnsteig, wo die Gestrandeten stehen, die nach Paderborn wollen. Irgendwann kommt dann mal ein junger Mann mit DB-Uniform und ruft in den Zug, dass die Fahrt nicht weiterginge und alle in den SEV umsteigen müssten.

Schienenersatzverkehr
Schienenersatzverkehr

Nachdem alle mit Fahrtziel Hannover aus- und die mit Ziel Paderborn eingestiegen sind, kommt dann seltsamerweise die dazu passende verspätete Ansage und auf dem Anzeiger erscheint ein verschämtes „Zug endet hier“.

Bhf Weetzen
Zug endet hier

Stur nach Fahrplan geht es dann mit einer Stunde Verspätung weiter. Ein Schaffner, Zugbegleiter, Fahrkartenkontrolleur lässt sich auf der ganzen Fahrt nach Paderborn nicht blicken. Angst vor Volkes Zorn?

Die Informationspolitik der Bahn ist wie üblich bescheiden. Zwar ist Stunden nach dem Auftreten der Störung der SEV gut organisiert, aber niemand scheint zu wissen, was eigentlich los ist. Und vernünftige Ausweich-Empfehlungen werden auch nicht ausgesprochen. Ich hätte nämlich, wie ich später feststellte, auch mit einem anderen Zug auf einer anderen Strecke über Bielefeld nach Paderborn fahren können und wäre nur 10 Minuten statt einer Stunde später angekommen.

Kategorien:Ärgern und aufregen Tags:,

Windows im öffentlichen Leben

23. Juli 2009 4 Kommentare

Bankautomaten, das U-Bahn-TV der BVG und die Anzeigetafeln der Bahn zeigen immer mal wieder gerne, auf welchem Betriebssystem sie laufen. Technik, die begeistert.

Anzeigetafel mit Windows-Fehlermeldung

Morgens ist es noch nicht ganz so schlimm, es steht da zwar das Pop-Up (samt Mauszeiger — verdammt, wo ist die Maus geblieben?) mit der Fehlermeldung „FMONITOR. In Ihrer Anwendung ist ein Fehler aufgetreten“, aber es wird dahinter wenigstens noch etwas angezeigt. Aber man darf zweifeln, ob das aktuell ist. Immerhin ist es erst 10:55 und es werden Züge mit Abfahrtszeiten nach 15:00 Uhr angezeigt, die Anzeige könnte also auch gut von gestern über geblieben sein.

Anzeigetafel mit Windows-Fehlermeldung

Abends ist das Problem schon ärger, nun wird nichts mehr angezeigt und der Fehler lautet: „Fehler im Anwendungsprogram. FMONITOR verursachte eine allgemeine Schutzverletzung im Module KRNL386.EXE“.

KRNL386.EXE? Laufen die Anzeigetafeln des ehemaligen „Unternehmens Zukunft“ noch unter Windows 3.11?

BewohnBAR – Musikalischer Salon in Moabit

19. Juli 2009 2 Kommentare

BewohnbarAn die Tradition des vor allem im 19. Jahrhundert beliebten Musikalischen Salons knüpft Alexander von Nell mit seiner »BewohnBAR« an, indem er alle sechs bis acht Wochen zu einer musikalischen oder gelegentlich auch literarischen Veranstaltung in seine Wohnung in der Moabiter Stephanstraße einlädt. Salonmusik in der eher abwertend gemeinten Bedeutung gibt es hier jedoch nicht, und biedermeierlich geht es auch nicht zu.

Schon vierzehn dieser Veranstaltungen haben seit 2005 stattgefunden, bei der letzten im Juli 2009 war ich zum ersten Mal dabei.

Bewohnbar

Drei engagierte junge Musiker — Silke Eberhard an Altsaxophon und Klarinette, Nikolaus Leistle an Basssaxophon und Bassklarinette und Nikolaus Neuser an Trompete und Euphonium — spielten improvisierte Musik. Zuerst in der Wohnung des Saloniers, nach der Pause dann im Keller des Altbaus. Dort ließen die Musiker ihre Klänge aus verschiedenen Gängen erschallen und banden die spezielle Akustik der verwinkelten Gewölbe bewusst ins Klanggeschehen ein. Hier stöhnten, krächzten, wimmerten, schnauften und hauchten die Blasinstrumente bei der freien Improvisation besonders eindrucksvoll.

Bewohnbar

Vor und nach der musikalischen Darbietung gibt es genügend Möglichkeiten, mit den Musikern und den anderen Gästen bei einem Glas Wein über die Musik, die Instrumente, den Hintergrund der Musiker selbst und vieles andere zu reden. Außer Wein gibt es Bier, Säfte und Wasser, und eine Kleinigkeit zu essen bietet der Gastgeber auch immer an.

Bewohnbar

Ein sehr gelungener Abend, ich komme gerne wieder. Wer Interesse hat, möge sich auf der unten angegebenen Homepage registrieren, um eine Einladung per E-Mail zu erhalten. Dort gibt es auch weitere Informationen zum Gastgeber und zu den bisherigen Veranstaltungen.


Alexander von Nell

Stephanstraße, 10559 Berlin
www.bewohnbar.org

Freiheit statt Angst – Großdemo am 12.9.2009

17. Juli 2009 4 Kommentare

Freiheit statt Angst — ein Trailer von Alexander Svensson (CC-BY-SA-Lizenz). Elf Tage vor der Bundestagswahl, am 12.9.2009 findet in Berlin die Großdemonstration Freiheit statt Angst für Bürgerrechte im Internetzeitalter statt. Beginn 15:00 Uhr am Potsdamer Platz. Bitte vormerken und weitersagen!

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