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Les Plaies Mobiles

Manche Dinge – Erscheinungen, Vorgänge, Äußerungen, Bräuche – hat man rein vom Gefühl her mit bestimmten Orten verbunden und wundert sich, wenn sie auch anderswo auftreten. Blasmusik ist so ein Ding, die erwartet man in deutschen Landen, am liebsten natürlich in Bayern, gespielt von mehr oder weniger alten Zauseln in Lederhosen und mit Gamsbart am Hut.

Aber es gibt auch in Frankreich Blasmusik. Gehört und gesehen habe ich sie in Paris, und sie wurde quasi an geweihtem Ort gespielt, nämlich auf den Stufen der alten Pariser Oper. Aus der Ferne erinnerten die Musiker in ihren orange-roten Westen an das Betriebsorchester der BSR. Aus der Nähe sah man, dass alle Musiker junge Frauen und Männer waren, die hier mit großer Begeisterung und reger Anteilnahme der Passanten ihre Musik machten.

Es klingt nicht immer ganz lupenrein, aber das macht die Begeisterung, mit der hier alle zu Gange sind, wieder wett. Ganz ernst nimmt man sich auch nicht, das Unternehmen soll Spass machen, und das tut es offensichtlich auch. Die Lieblingszicke quatscht wie üblich jemanden an und erfährt, dass die Musiker Studenten sind, und zwar nicht der Musik, sondern der Medizin. Daher auch der etwas makabre Name (»les plaies«: die Wunden), der natürlich auch mit dem englischen »play« spielt. Das Orchester blickt immerhin schon auf eine mehr als zehnjährige Geschichte zurück, selbstverständlich in immer wieder geänderter Besetzung. In Frankreich scheint es inzwischen schon eine Tradition dieser studentischen Blasorchester zu geben, denn es finden regelmäßig Treffen und Wettbewerbe statt.


Les Plaies Mobiles
La fanfare des étudiants en médecine de l’université René Descartes

15 rue de’lécole de medecine, 75006 Paris

06 28 48 65 39
www.plaies-mobiles.fr

www.myspace.com/lesplaiesmobiles

  1. 31. Januar 2010 um 19:41 | #1

    Nur konsequent, dass sie sich statt mit der Fanfare du Roi mit der Fanfare de rue brüsten.

  2. ottogang
    31. Januar 2010 um 20:32 | #2

    Das erinnert an die Schweizer Guggemusi, laut und falsch aber in der Fasenacht sehr häufig zu hören.

  3. 31. Januar 2010 um 22:01 | #3

    Schön schräg! Und das Grün passt prima zum Orange.

  4. 1. Februar 2010 um 15:28 | #4

    :)) Da würde ich sofort mitspielen. Ohne vorher zu stimmen.

  1. Keine Trackbacks bisher.

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