Unter dem strahlend blauen Himmel und hinter dem Deich liegt sie, die Oder
Am Sonntag, den 21. Februar 2010, vermeldet der Newsticker des Gasthauses in Zollbrücke: »Die Eisbrecher sind an Zollbrücke vorbei. Das Eis der letzten fünf Wochen fließt in Richtung Ostsee.« Stimmt, wo einen Tag zuvor noch eine glatte weiße Eisfläche war, treiben jetzt die Eisschollen mit erstaunlich hoher Geschwindigkeit gen Ostsee. Ich würde gerne mitfahren.
Ganz so breit wie der Rhein am anderen Ende Deutschlands ist sie ja nicht, aber die platte Landschaft des Oderbruchs erinnert mich schon ein wenig an den Niederrhein
Manchmal passieren wundersame Dinge im Inneren dieser kleinen Digitalkameras, wenn man unbeabsichtigt auf den Auslöser drückt, und Kubismus und Impressionismus finden zueinander. Oder so.
Die letze Qype-City-Night mit fast zwanzig Berliner Qypern fand in diesem überraschend guten Südtiroler Restaurant statt. Auf Rinaldos Anregung hatte ich es vorgeschlagen, ohne es selber zu kennen, und es wurde ein voller Erfolg. Hier stimmte einfach alles: die Atmosphäre, die Gastlichkeit, die Küche, die Weine, …
Bis auf eine Ausnahme waren – soweit ich das mitbekommen habe – alle mit ihrem Essen mehr als zufrieden. Besonders gut haben mir die Schlutzkrapfen und der Tris (dreierlei Knödel) geschmeckt, von den Tellern links und rechts und gegenüber durfte ich auch probieren und fand alles überzeugend gut. Hier merkt man, dass frische Produkte zum Einsatz kommen, die mit Liebe zubereitet werden. Davor und dazu gab es helles und dunkles, offensichtlich hausgemachtes leckeres Brot, das auf Tiroler Art mit viel Fenchel gewürzt war.
Überzeugend war auch, wie es die kleine Küche geschafft hat, die unterschiedlichen Hauptspeisen für alle annähernd gleichzeitig auf den Tisch zu bringen, Respekt! Die Preise fand ich für die gebotene Qualität mehr als angemessen, die Portionen waren ausreichend, wobei – wie so oft – der Kaiserschmarren als Nachtisch wahrlich pantagruelische Ausmaße hatte und gut und gerne den halben Tisch zu Jauchzern veranlassen kann.
Die Krönung des Abend (zumindest an unserer Hälfte des Tisches, die andere Hälfte spielte mit ihren iPhones) war die kleine Obstlerverkostung, die sich ergab, nachdem drei von uns Zwetschge und Vogelbeere bestellt hatten, und der Wirt uns noch ein paar andere zum Kosten brachte.
Barockopern mag ich immer schon gerne. Purcell, Monteverdi, Händel stehen in den letzten Jahren öfter auf dem Programm, seitdem sich René Jacobs an der Lindenoper diesem Genre widmet. Die Aufführungen, die ich bislang gesehen habe, waren alle herausragend. Den Vogel abgeschossen hat er aber mit der Händel-Oper Agrippina, die ich heute Abend gesehen und gehört habe. Über vier Stunden und keine Minute Langeweile! Wunderbar gespielt von der Berliner Akademie für alte Musik und wunderbar gesungen von den hervorragenden Solisten, von denen mir besonders Anna Prohaska als Poppea und Bejun Mehta als Ottone gefallen haben. Dazu ein eindrucksvolles Bühnenbild, das mit wenig Mitteln enorm viel auszudrücken vermag, was auch ein großes Verdienst der Beleuchtung ist, die die Bühne mit spiegelndem Boden und einem mehrfach gestaffelten Glasperlen- oder Silberkettenvorhang kongenial ins Licht setzt. Ebenso so phantastisch sind die Kostüme.
Ein Gesamtkunstwerk – einen Besuch kann ich ohne jede Einschränkung empfehlen. Vereinzelt gibt es unter der Woche vielleicht auch noch die eine oder andere Karte für einen nicht so vorteilhaften Platz an der Seite – heute waren noch einige Plätze nicht besetzt. Also Berliner Leser, versucht noch eine Karte zu bekommen, wenn’s nicht mehr klappt, unbedingt für die nächste Spielzeit vormerken!
Die Metzgerei Schoenmackers & Wingens wirbt mit dem Attribut »Hausmacher« und ich glaube, das ist nicht ganz zu unrecht. Denn hier gibt es das beste Apfel-Griebenschmalz, das ich in den letzten Jahren gegessen habe, einfach köstlich, zum Fingerablecken. Am besten genießt man es natürlich auf echtem rheinischen Vollkornbrot.
Leider ist der Topf jetzt leer und Geldern etwas weit weg von Berlin. Einen Webshop gibt es nicht, wahrscheinlich ist das auch besser, denn so können sich die Metzger wenigstens aufs Wurstmachen konzentrieren. Da muss ich unbedingst (sic) noch mal hin, Nachschub besorgen.
Der Winter will nicht weichen, die klirrende Kälte kehrt zurück. Und doch, irgendwann, kommen wieder wärmere Zeiten, in denen das Wasser fließt statt friert.
Der von Jasper Halfmann entworfene Brunnen ist ein Geschenk der damaligen Bayerischen Handelsbank (in der berühmt-berüchtigten Hypo Real Estate aufgegangen) an die Stadt Berlin. 1995 wurde er im Prinzessinnengarten neben der Lindenoper eingeweiht, stand dort aber nur fünf Jahre, denn die Planung für die Grünfläche neben der Oper wurde so geändert, dass er keinen Platz mehr hatte und eingelagert werden musste. 2007 fand er dann im neu gestalteten Monbijoupark eine dauerhafte Bleibe.
Der gusseiserne Brunnen hat die Form eines auf der Spitze stehenden Kegels. Die 2,5 Tonnen wiegende Brunnenschale wurde in einer der ältesten Berliner Eisengießereien, dem Betrieb Behr in Weißensee (seit 1836), hergestellt.
Trotz des Gewichts erweckt der Brunnen den Eindruck des leichtfüßig schwebenden. Es gibt keine große Fontäne, ein wenig Wasser sprudelt in der Mitte ständig umhoch und bringt die Schale zum Überlaufen, so dass an ihrem Rand rundum ein Vorhang aus glitzernden Wasssertropfen entsteht.
Hier gibt es Berichte und Fotos zu Moabit, dem Berliner Ortsteil, in dem ich lebe, zu Architektur, Industriearchitektur, Siedlungen der Moderne, Kirchen und Dorfkirchen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern und natürlich auch zu Restaurants, Imbissen und Hotels.
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