Früher, ja, ganz früher, bin ich öfter mit PanAm (die gibt es schon lange nicht mehr) von Tempelhof geflogen, als man als frischer Arbeitnehmer in West-Berlin im Rahmen der Förderung der Arbeitsaufnahme im Land Berlin für zwei Jahre je vier Freiflüge in die westdeutsche Heimat bekam. Nun ist der Flughafen keiner mehr und man streitet sich darüber, was mit dem gigantischen, von Ernst Sagebiel entworfenen Gebäude, das seinerzeit das flächengrößte der Welt war, und dem Flugfeld passieren soll.

Luftbild aus den 1980er Jahren
Wie auch immer man zur Schließung des Flughafens steht, einen Vorteil hat sie: man kann nun so ziemlich alle Teile des riesigen Gebäudes besichtigen, auch die, die früher den Alliierten vorbehalten waren. Nur in einer Ecke wuselt unsere Bundeswehr rum, da darf man mal wieder nicht hin. Den Rest erschließt einem die BIM, die als Verwalterin des Geländes regelmäßig Führungen veranstaltet. Sie dauern rund zwei Stunden und kosten 12 € pro Person.
Die Führung, an der ich vor einiger Zeit teilgenommen habe, leitete ein Bauingenieur, der früher mit für den Unterhalt des riesigen Gebäudes verantwortlich war und der durch und durch kompetent zu berichten wusste. Er führte uns auf das Rollfeld unter die gewaltige, freitragende Dachkonstruktion, durch die Treppentürme auf das Dach und in die unterirdischen Räume des Flughafens, in die große Eingangshalle und die darüber liegende Basketballhalle, die sich die Amerikaner dort eingerichtet haben, wo einst ein Ballsaal geplant war. Was ich bis dato auch nicht wusste: Das Flughafengebäude ist nie wirklich fertig geworden und die meisten der Treppentürme, die das Äußere so prägen, sind innen auch heute noch im Rohbau. Auch die Haupthalle ist erst 1962 in Betrieb genommen worden.

Rollfeld
Endlich zeichnet sich nun ab, dass das Flugfeld der Allgemeinheit zugänglich gemacht wird, ein zwar umzäunter, aber trotzdem öffentlicher Park soll entstehen. Am 8. Mai 2010 haben die Berliner erstmalig die Gelegenheit, das Gelände zu betreten. Selbst die frühere Abfertigungshalle soll an diesem Tag ausnahmsweise geöffnet sein.

Abfertigungshalle aus den 1960er Jahren
Für die Besichtigung des Flughafengebäudes muss man jedoch nach wie vor auf die Führungen zurückgreifen.
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