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Panificio del Sacro Cuore in Bitonto

Derweil man in Deutschland meistens beim Bäcker alle möglichen Backwaren aus einer Hand bekommt, trennt man in anderen Ländern strikt zwischen Brot und und süßen Backwaren. So auch in Italien: Das Panificio backt nur Brot, für alles Süße muss man in die Pasticceria. Zum Brot zählen allerdings — je nach Region — etliche andere nichtsüße Dinge, die man im Brotofen zubereiten kann, zum Beispiel die Focaccia aus dickem, lockeren Hefeteig, in den Tomaten und Oliven eingesunken sind und der satt mit Olivenöl getränkt ist. Nicht fehlen darf der Origano, der hier mit einem Aroma erhältlich ist, das meilenweit von dem entfernt ist, was bei uns aus dem Streuglas kommt.

Beim Brotbäcker zum Heiligen Herzen, der seinen Namen vom Istituto del Sacro Cuore gleich auf der anderen Straßenseite hat, ist die Focaccia jedenfalls fast so gut wie bei Mamma zu Hause. Sehr gelungen fand ich hier auch die Ciabatte, die es mit und ohne Oliven gibt.

Der Bäcker hält selbstverständlich auch das ein oder andere Schwätzchen mit seinen Kunden, besonders gern — so schien es zumindest — mit Fremden, die den Weg in sein Geschäft gefunden haben, das von außen nur durch den feinen Geruch nach frischem Brot erkennbar ist. So erkundigt er sich gleich, wo man herkommt, wie lange man vorhat zu bleiben, was man schon alles gesehen hat, und wie einem Apulien so ganz allgemein gefällt. Die anderen Kunden warten derweil geduldig und beteiligen sich am Gespräch. Tipps für weitere Ausflüge bekommt man so auch gleich.

Nachdem wir erzählten, dass wir in Acquaviva delle Fonti waren, um die dort angebauten roten, besonders milden Zwiebeln einzukaufen, fragte er uns, ob wir diese Zwiebeln schon gebacken gegessen hätten.

Wenn wir ihm morgen früh eine Zwiebel brächten, könnten wir sie gegen Mittag gebacken mitnehmen. Am besten schmeckten sie mit Salz und Öl, manche würden auch Essig dazu nehmen.


Rote Zwiebel aus Acquaviva, noch ungebacken

Dieses Angebot haben wie gerne angenommen und tatsächlich waren die so gebackenen Zwiebeln mit viel Salz und gutem bitontinischem Olivenöl außerordentlich lecker.


Panificio del Sacro Cuore
Via Santa Lucia Filippini, 70032 Bitonto

  1. karu02
    27. August 2010 um 14:20 | #1

    Da wächst sogleich die Begehrlichkeit nach einem Beutelchen Setzzwiebeln für den heimischen Garten. Wahrscheinlich wachsen sie aber nur in der Wärme. Dieser Bäcker gefällt mir.

    • 28. August 2010 um 08:31 | #2

      Die aus Acquaviva passen schon gut darauf auf, dass sie die Herren der Roten Zwiebeln (immerhin von Slow Food für die Arche des Geschmacks auserkoren) bleiben, Saatgut oder Setzlinge sind nicht im Handel erhältlich.

  2. kormoranflug
    27. August 2010 um 18:19 | #3

    Schönes Leben mit Brot und Zwiebeln

  3. ottogang
    6. September 2010 um 19:26 | #4

    Leben und gute Dinge essen, gibt es etwas Schöneres ?
    Nein, ganz entschieden nein.
    Glücklich, die ihr auf Slow Foods Spuren wandelt.

  4. 22. September 2010 um 16:26 | #5

    Sammel gerade kulinarische Anlaufstellen in Apulien, damit ich im Nov/Dez daselbst nicht verhungere. Danke für diese hier…

    • 22. September 2010 um 17:02 | #6

      Ich habe noch einen viel besseren Focaccia-Bäcker in Bitonto gefunden, demnächst vielleicht mehr dazu.

  1. 1. September 2010 um 09:27 | #1
  2. 10. September 2010 um 18:47 | #2

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