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Archiv für Dezember 2010

TomTom und der Kundendienst

28. Dezember 2010 6 Kommentare

Von meinem Erfahrungen mit dem absurden Kundendienstsystem der Firma TomTom habe ich ja bereits berichtet. Es ist nicht so, als dass ich von diesem Saftladen meine Autohalterung bereits getauscht oder repariert bekommen hätte. Denn auch das Anlegen eines zweiten Falls im absurden Kundenservicesystem brachte außer vielen E-Mails keine Lösung des Problems. Die letzte E-Mail vom Kundenundienst erhielt ich am 12.10.2010:

Ich möchte Ihnen gerne bestätigen, dass Ihre Reparatur in Kürze eingebucht wird.

Sie werden dazu eine E-mail erhalten, in der Ihnen alle weiteren Informationen bezüglich der Einsendung mitgeteilt werden. Warten Sie diese Email bitte unbedingt ab. Da die Email leider in Englisch sein wird, finden Sie nun untenstehend eine deutsche Übersetzung der Email.

Beachten Sie bitte, dass Sie die in der Übersetzung aufgeführten Schritte erst dann durchführen können, nachdem Sie die Original-Email erhalten haben.

Es erübrigt sich wohl zu erwähnen, dass ich die angekündigte Original-E-Mail in englischer Sprache (hollands zou trouwens ook goed zijn geweest) mit der RMA-Nummer niemals erhalten habe.

Stattdessen bekomme ich von TomTom regelmäßig Werbe-E-Mails in Form eines Newsletters. Den kann man zwar nicht durch einen Link in der E-Mail abbestellen, wie es bei vielen anderen Newsletterversendern der Fall ist, aber über die Einstellungen unter „myTomTom“ lässt sich der Haken bei „Ja, ich möchte E-Mails mit … von TomTom erhalten“ online entfernen. Etwas mühsam und nicht ganz so kundenfreundlich, aber immerhin:

myTomTom

Genauso wenig kundenfreundlich erscheint mir der in roter Schrift gegebene Hinweis, dass man möglicherweise ganze zehn Tage braucht, um meinen Wunsch, keine E-Mails mehr zu erhalten, von der Webanwendung zur Selbstpflege der Kundendaten bis in die Anwendung, die die Massen-E-Mails versendet, wandern zu lassen. Vermutlich trägt da ein TomTom-Mitarbeiter Kisten mit Lochkarten von einem Rechner zum anderen.

Die defekte Autohalterung habe ich übrigens inzwischen zum Händler zurückgebracht, der sie zur Reparatur an TomTom geschickt hat. Ich bin gespannt, wie lange das dauert und was das Resultat sein wird.

Kaffeedrom auf dem Wedding

19. Dezember 2010 17 Kommentare

Nur Weicheier fahren Autos mit Automatik, und nur Weicheier haben Kaffevollautomaten, wahre Männer wechseln die Gänge in ihrem Auto mit dem Schaltgetriebe, und eine glitzernd verchromte Siebträgermaschine mit Zweikreissystem ist die Zierde ihrer Küche. Locker investieren sie 1000 Euro und mehr, um sich als echter Barista zu fühlen. Dazu braucht es auch noch eine semiprofessionelle Kaffeemühle für weitere 400 Euro, einen schönen Tamper, mit dem man den gemahlenen Kaffee in den Siebträger zwängt, und eine Abschlagstation, damit man den Kaffeetrester auch wieder los wird. Alles prima Geräte, um die Küche jeden Tag aufs Neue in einen Saustall voller Kaffeemehl zu verwandeln.

Zugegeben, mein Kleinwagen verfügt zwar über ein Schaltgetriebe, ich bin aber trotzdem ein Weichei, denn in meiner Küche steht ein Kaffeevollautomat von Jura. Die hübsche Crema, die er auf den Espresso zaubert, ist mehr Schein als Sein, denn sie wird mit technischen Tricks erzeugt, aber der Espresso, den sie macht, ist trotzdem ganz ordentlich, wenn man die richtigen Bohnen nimmt. Normalerweise laufen diese Maschinen ohne Murren und präzise wie ein schweizerisches Uhrwerk, aber manchmal lassen selbst sie Teile ihres komplexen Innenlebens dem Versagen anheimfallen, selbst wenn man sie regelmäßig brav entkalkt und reinigt (auch ein teures Vergnügen). Nach dem Ausfall des Mahlwerks konnte bei meiner Impresa nicht mehr von Vollautomat die Rede sein, denn von nun an musste ich den Kaffee extern mahlen und das Mehl manuell einfüllen, was immerhin schon mal die Sauerei in der Küche annähernd in die Region des eigentlich den wahren Männern vorbehaltenen Siebträgergesamterlebnisses brachte.

Anfänglich spielte ich mit dem Gedanken, mich doch der Siebträgerfraktion zuzuwenden. Diverse Erkundigungen im Internet und beim lokalen Siebträgermaschinenvertrieb führten zu großer Ratlosigkeit und einer Entscheidungsblockade, bis es mir schließlich doch zu bunt wurde und der Entschluss in mir reifte, die gute alte Jura einer Reparatur zu unterziehen. Als die Maschine dann auch noch begann, an einer Art Obstipation zu leiden, war der Zeitpunkt gekommen durchzugreifen.

Jura bietet eine Reparatur zum Pauschalpreis an, aber das bedeutete, dass ich die Maschine hätte gut verpacken und mit DHL auf die Reise bringen müssen. Im Internet fand ich ein paar lokale Reparateure, kurzerhand wandte ich mich an den nächstgelegenen: Kaffeedrom auf dem Wedding, gleich nebenan. Dort wurde ich freundlich empfangen, man führte gleich eine Anamnese meiner Maschine durch, und nach einem Viertelstündchen wurde mir der Preis für die fällige Operation genannt. Wenige Tage später konnte ich die Maschine wieder in Empfang nehmen, und gekostet hat es auch noch ein paar Euro weniger als die Pauschale von Jura.

Jetzt mahlt sie wieder und der Espresso fließt.


Kaffeedrom
Antwerpener Straße 4, 13353 Berlin

030 33978665
www.kaffeedrom.de

Drogerie Langbein in Esslingen

13. Dezember 2010 12 Kommentare

Schon 1989 feierte dieses Familienunternehmen seinen 175sten Geburtstag, verkündet die Aufschrift an den Schaufenstern. Und die Türe ziert der rote Mörser, das alte Erkennungszeichen der Drogerien. Chemikalien für den Hausgebrauch gibt es hier zwar nicht mehr, aber wenn man das Ladenlokal betritt, drängt sich unmittelbar der Wahlspruch von Manufaktum auf: Es gibt sie noch, die guten Dinge. Hier wird nicht anonym geschleckert, gemüllert und drogeriegemarktet, nein, hier steht die geballte Kompetenz in Form der Inhaberin höchstselbst hinter der Theke und berät. Jawohl, richtig gelesen, sie verkauft nicht nur, sie berät. Und das kann sie wirklich, denn sie kennt und liebt die Produkte, die sie verkauft.

Das sind vor allem Bürsten und Pinsel, denn einstmals betrieb A. Langbein in Esslingen auch eine Bürstenmanufaktur, und davon gibt es eine ansehnliche Auswahl im Laden. Von Pinseln mit dem allerweichsten Ziegenhaar über Besen und Handfeger bis hin zur Bürste mit den kratzigen Borsten des Wildschweins findet man alle möglichen Utensilien zum Staubfangen, Reinigen, Striegeln und Kämmen im Angebot. Was mir dann gleich eine schöne, neue Haarbürste bescherte. Sozusagen als vorweggenommenes, selbst gemachtes Weihnachtsgeschenk. Ein solches machte sich auch die Lieblingszicke in Form eines wunderschönen Kamms.

Unter den Pinseln finden sich selbstverständlich auch etliche zum Rasieren, ergänzt durch eine feine Auswahl wohlriechender und pflegender Raiserseifen. Dazu gibt es ein kleines Sortiment klassischer Herrendüfte (neben ein paar feinen englischen findet man darunter auch das grausame Tabac), mehr für die treue Stammkundschaft, als dass man damit ein riesiges Geschäft machte.

Bis zum großen Jubiläum zum 200sten Jahr des Bestehens ist es nun auch nicht mehr lang hin, Geduld für die paar Jährchen bis 2014 wird die Generation, die jetzt Bürsten, Pinsel und vieles andere verkauft, wohl auf jeden Fall haben. Ich wünsche jedenfalls schon alles Gute bis dahin!


Drogerie Langbein
Pliensaustraße 22, 73728 Esslingen am Neckar

0711 356434

Die Ringbahn

1. Dezember 2010 9 Kommentare

Die Ringbahn, über die ich schon einmal berichtete, ist eine ganz besondere Linie der Berliner S-Bahn (zumindest, wenn sie fährt und nicht laufend von Störungen aller Art geplagt wird): In einer Stunde kann man für wenig Geld (2,10 € – siehe aber auch die Kommentare) einmal ganz durch Berlin fahren (um Berlin herum stimmt schon Jahrzehnte nicht mehr). Da man dabei anders als in der U-Bahn an der Oberfläche bleibt, gibt es dabei auch ganz schön viel zu sehen.

Jedenfalls fand ich es grandios, als unter dem Motto »Am 15. Juni 2002 ist Wedding-Day« vor nunmehr etwas mehr als acht Jahren das letzte Teilstück des Nordrings fertiggestellt war und die S-Bahn den Ringschluss feierte. Selbstverständlich habe ich damals am Eröffnungstag gleich die erste Runde gedreht, die damals noch etwas mehr als eine Stunde dauerte, und bin auch heute immer noch froh, dass dank der S-Bahn nun Ortsteile von Berlin zu meinem unmittelbaren Einzugsbereich gehören, die früher rein aus zeitlichen Gründen in weiter Ferne lagen.


Der Hundekopf

Bei der Entdeckung all dessen, was an der Ringbahn zu finden und zu sehen ist, hilft nun eine neue Webseite, die im Rahmen eines Projekts des MA-Studiengangs Historische Urbanistik am Center for Metropolitan Studies der Technischen Universität Berlin entstanden ist. Interaktiv kann man alle Haltestellen am Ring erkunden, sich die Geschichte der Stationen anschauen und sich darüber informierten, was in ihrer Nähe an Sehens- und Erwähnenswertem zu finden ist.

Die Tipps gibt es auch zum Mitnehmen: zu jedem Haltepunkt kann man sich ein Blatt als PDF herunterladen und mitnehmen, in Deutsch oder in Englisch, also auch eine tolles Informationsangebot für in- und ausländische Touristen, die die Stadt mal auf ganz anderen als den Standardwegen erkunden wollen.

Selbstverständlich findet man auch etliches zur überaus wechselhaften Geschichte der Ringbahn und viele, auch historische, Fotos. Für jede der einen Bahnhof beschreibenden Seiten hat der Berliner Künstler Björn Paulissen eine Collage gestaltet, die wesentliche Elemente des jeweiligen Gebäudes und seines Umfelds aufnimmt und in einer abstrakten Form präsentiert.


Kategorien:Reisen und logieren Tags:,
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