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Archiv für Juli 2011

Brewbaker in der Arminiushalle

30. Juli 2011 15 Kommentare

Nachdem die Deutsche Bahn mit heftigen Mieterhöhungen den Brewbaker aus seinem vorigen Domizil, einem S-Bahn-Bogen unter dem Bahnhof Bellevue vertrieben hat, braut der Braumeister Michael Schwab seine Biere seit Ende April 2011 in der Moabiter Arminiushalle.

Ist schon das Bellevue-Pils, das ganzjährig verfügbar ist, ein gutes Bier, das sich durch seinen im Vergleich zu den großen Marken kräftigen Geschmack auszeichnet, so sind die Saisonbiere, die immer wieder für kurze Zeit das Standardprogramm ergänzen und für Abwechslung sorgen, der Hit. Ganz besonders hat mir bislang das Imperial Stout gefallen, das nicht nur die Farbe eines guten Espressos hat, sondern sich auch durch seinen wunderbaren Kaffeegeschmack auszeichnet. Ein paar Prozent mehr Alkohol hat es darüber hinaus auch.

Im Moment ist das vorläufig letzte Fass Imperial Stout im Anstich, also schnell auf nach Moabit, um dieses vorzügliche Bier zu probieren! Das Fass ist ausgetrunken, ab heute gibt es Rauchbier (milder Rauchgeschmack, sehr lecker) und Wiener Lager (heißt so, weil es mit Wiener Malz gebraut wurde).

Das Bier kann man nicht nur direkt am Ausschank der Brauerei trinken, sondern auch außerhalb der Öffnungszeiten der Markthalle in der Zunftwirtschaft genießen.


5birnen

Brewbaker
Arminiusstraße 2, 10551 Berlin

0177 694 09 61
www.brewbaker.d

Öffnungszeiten: Mo-Do: 11-18h, Fr: 11-19h, Sa: 11-15h

Castelluccio, grün

27. Juli 2011 8 Kommentare

Über die Hochebene von Castelluccio berichtete ich früher schon. Ich finde sie von so einmaliger Schönheit, dass sie immer wieder zu einem Besuch verführt. Zu jeder Jahreszeit erscheint sie in einem anderen Gewand, manchmal dauert es auch nur Tage oder Wochen, bis sie sich ganz anders präsentiert.

Nicht Fisch, nicht Fleisch

23. Juli 2011 8 Kommentare

Das große Softwareunternehmen aus Seattle, das immer erst drei Anläufe braucht, bis seine Produkte einigermaßen rund laufen, macht derzeit Reklame mit einem eigenartigen Gerät:

Der Zwitter scheint kein richtiger PC und erst recht kein richtiger Tablet-Computer wie Apples iPad oder Samsungs Galaxy Tab zu sein, eines aber ist er ganz gewiss: unglaublich hässlich. Damit passt er dann doch wieder ganz gut zu der Firma, ihrem Chef und seinem eigenartigen Gebaren. Der meint ja auch ein Tablet-Computer sei „nur ein PC mit einem anderen Formfaktor“.

Elite HiFi

21. Juli 2011 6 Kommentare

Wer seine Wohnung mit Möbeln der 1960er und 1970er Jahre einrichtet, findet wahrscheinlich auch Gefallen an der entsprechenden Ausstattung mit passsenden Musikwiedergabegeräten. Stilgerechte Plattenspieler, Verstärker, Tuner, Tonbandgeräte, Kassettenrecorder und Lautsprecher aus dieser Epoche findet man in diesem vor kurzem eröffneten Fachgeschäft in Moabit.

Die Mehrzahl der Gehäuse ist zwar schwarz, aber es gibt auch die Klassiker mit silbernen und champagnerfarbenen Frontplatten, manche auch mit hölzernen Seitenteilen. Massive Drehköpfe aus Metall oder schlanke Schieberegler bestimmen das Erscheinungsbild. Wunderbar analog und damit ganz dem damaligen Stand der Technik entsprechend dominieren bei den Empfangsgeräten die Abstimmskalen, die sich über die gesamte Breite ersteckenden, einige – und das ist heute wieder ganz modern – bläulich schimmernd beleuchtet.

  

Neben Geräten von auch heute noch produzierenden Herstellern vor allem fernöstlicher Provenienz, wie Onkyo, Denon, Yamaha, stehen hier auch solch längst untergegangener japanischer und deutscher Hersteller, wie Tonbandgeräte von Aiwa, Plattenspieler von Technics und Dual und Verstärker und Receiver von Telefunken, Grundig und Wega im Regal – letztere zum Teil gestaltet von so bekannten Designern wie Hartmut Esslinger oder Verner Panton.

Vor allem Plattenspieler gibt es in reicher Auswahl, „die sind wieder schwer im Kommen“, sagt mir Herr Franke, einer der beiden Inhaber, der mich einlud, seine Schätze aus der Nähe zu betrachten, als ich länger vor dem Schaufenster stand.


Elite HiFi
Wilhelmshavener Straße 67, 10551 Berlin

030 89395850
www.elitehifi.de

Bunt und Hübsch

20. Juli 2011 7 Kommentare

Widderchen (Hornklee-Widderchen oder Hufeisenklee-Widderchen?)

Kategorien:Wundern und staunen

Fichtenhof in Gfrill

19. Juli 2011 4 Kommentare

Der Landgasthof liegt im Nationalpark Trudner Horn in dem kleinen Gebirgsort Gfrill. Um dorthin zu kommen, verlässt man die Brennerautobahn A22 oder die Staatsstraße 12 Brennero-Abetone beim Ort Salurn, der ungefähr auf halbem Wege zwischen Bozen und Trient liegt. Von dort windet sich die Straße den Berg hoch, nach rund 12 km endet sie in Gfrill (Cauria) und man ist auf mehr als 1200 m angestiegen – rund 800 m höher als das Etschtal. Das Auto stellt man auf dem Gemeindeparkplatz ab, von dort aus sind es nur ein paar Schritte zum Fichtenhof, der gleich neben der Kirche liegt.

Die Mühen der Auffahrt werden durch eine grandiose Aussicht in das Tal der Etsch und die dahinter liegende Bergkette belohnt – von der Mendel bis hin zum Rittner Horn schweift der Blick, und bei klarem Wetter sieht man das Brentamassiv. Diesen Ausblick genießt man auch aus dem Gastraum.

Der Fichtenhof ist ein Familienbetrieb, den die Geschwister Pardatscher gemeinsam betreiben: Ulli, die Sommelière, betreut bei der Getränkeauswahl, Ingrid steht in der Küche und der Bruder Christian bedient in der Gaststube, und auch Mutter und Vater der drei Geschwister helfen immer mal wieder aus.

Die Küche bietet selbstverständlich Südtiroler Spezialitäten, wobei die Köchin größten Wert auf die Herkunft und Qualität der Ausgangsprodukte legt. So kommen die meisten Gemüse und die Kräuter aus dem eigenen Garten gleich neben dem Haus, weitere Zutaten von andere regionalen Betrieben. Und das kann man den Speisen durchaus anmerken: Ich hatte herausragend gute Schlutzer gefüllt mit Fleisch, Ricotta und besagten Kräutern. Der anschließende Hauptgang – Gröstl mit Kartoffeln, Rindfleisch und Zwiebeln – war ebenfalls sehr gut und ließ keinen Platz mehr für den hausgebackenen Apfelstrudel.

Übernachten kann man im Fichtenhof auch, es gibt acht einfache Zimmer.

Gfrill und damit der Fichtenhof sind ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen rund um das Trudner Horn (Monto Corno), der Europäische Wanderweg E5 kommt hier vorbei.


Fichtenhof
Nr 23, 39040 Gfrill bei Salurn

+39 0471 889028
www.fichtenhof.it

San Salvatore in Campi

18. Juli 2011 3 Kommentare

Außerhalb des Orts Campi, direkt an der Straße von Preci nach Norcia, steht eine ungewöhnliche Kirche, deren Fassade mit den zwei Portalen, den zwei fein gestalteten Rosetten darüber und dem von einer eher derben Säule getragenen Vordach so die Blicke auf sich zieht, dass man einfach anhalten muss, um sie sich näher anzusehen. Leider ist das nicht ganz einfach, denn die Kirche ist fast immer geschlossen und wird wohl nur für besondere Anlasse geöffnet. Immerhin gibt es eine Hinweistafel, auf der sich einiges zur Geschichte entnehmen lässt. Allerdings ist der Text (wie so oft) in einem dermaßen blumigen Italienisch verfasst, dass dem nach Information dürstenden Reisenden das Verstehen nicht gerade einfach gemacht wird.

Bereits 1115 wurde diese Kirche im romanischen Stil als Pieve di Santa Maria fertiggestellt (eine Pieve ist eine Landkirche, die zu jener Zeit im dünn besiedelten ländlichen Raum das geistliche und weltliche Zentrum einer Gemeinde darstellte). Im Fundament und den Streben finden sich vereinzelt große Steine und Säulenreste, die aus der etruskisch-römischen Zeit stammen (vielleicht aus dem 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung).

Als die Kirche zu klein wurde, verdoppelte man sie 1493, indem ein zweites Schiff daneben gebaut wurde: die Kirche bekam einen zweiten Gang, ein zweite Türe und die Fassade die zweite Rosette. Bis heute kann man die verschiedenen Bauperioden schon außen an der Fassade erkennen.

Gegen 1464 erfuhr die Kirche, die zu jener Zeit noch unter der Verwaltung der nahegelegenen Abtei St. Eutizio stand, ihre letzte große Verschönerung: Abt Epifanio beauftragte Künstler mit der Ausschmückung der Kirche, darunter Nicola da Siena und Maler aus der Familie Sparapane aus Norcia. Ende des 15. Jahrhunderts erhielt die Kirche den heutigen Namen San Salvatore.

Mehrfach sind wir an der verschlossenen Kirche vorbeigefahren, bis eines Tages die Tür offen stand, weil die Kirche für eine Taufe vorbereitet wurde. So konnten wir auch das Innere besichtigen. Obwohl äußerlich unter einem großen Dach, verfügt das linke, ältere Schiff im hinteren Teil noch über ein Holzdach, während der vordere Teil und das rechte Schiff durch ein gotisches Kreuzrippengewölbe gedeckt sind.


Das rechte, neuere Kirchenschiff

Auch sonst könnten die beiden Schiffe der Kirche unterschiedlicher nicht sein, das rechte ist weitgehend nüchtern und fast nur im Altarraum verziert, das linke reich mit Fresken bedeckt. Besonders auffallend ist dort, im älteren Teil, eine auf zwei achteckigen Säulen ruhende Empore, die quer in der Mitte des Schiffs angebracht ist und als Ikonostase mit Szenen aus der Passion Christi, den Aposteln und der Krönung der Jungfrau Maria bemalt ist (die Empore wird seit einem Erdeben von einer hölzernen Konstruktion gestützt).


Das linke Kirchenschiff mit der Ikonostase und Fresken von Vater und Sohn Sparapane (1464)

Die Fresken im oberen Teil der Ikonostase stammen von Giovanni und Antonio Sparapane, derweil die im unteren Teil von Nicola da Siena sind. Vor der Ikonostase steht der in Form eines Brunnens gehaltene Taufstein aus dem 11. Jahrhundert.

Etliche weitere Fresken in der Kirche sind Arbeiten unbekannter umbrischer Maler des 14. und 15. Jahrhunderts.


Großes Kreuzigungsbild im Altarraum des linken Schiffes (14. Jhdt).

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