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Archiv für Oktober 2011

Castelluccio, bunt

31. Oktober 2011 11 Kommentare

Wunderschön ist die Hochebene von Castellucio eigentlich zu jeder Jahreszeit (im Winter war ich noch nicht dort, aber was ich an Fotos gesehen habe, überzeugt), in besonderer Pracht zeigt sie sich Ende Juni/Anfang Juli, wenn die Linsenfelder rund um den Ort Castelluccio in voller Blüte stehen.

Dabei sind es nicht die Linsen selbst, die hier auffallen, denn deren Blüte ist völlig unspektakulär: kleine, kaum wahrnehmbare weiße Sternchen schmücken die nur rund 30 cm hohen Linsenpflanzen. Vielmehr sind es hauptsächlich der rote Klatschmohn (papavero), die blaue Kornblume (fiordaliso,) und die gelbe Rapsblüte (colza), die auf den wie Teppichen nebeneinander liegenden Feldern eine große Farbenpracht entwickeln.

Die Farben sind dabei ziemlich genau auf die einzelnen Felder begrenzt, eines blüht rot, das nächste gelb und wieder eines erstrahlt in diesem unwirklichen Blau.

Weil beim Linsenanbau rund um Castelluccio keine Herbizide zum Einsatz kommen (alles bio!), können auch die Blumen sich entfalten, und weil jeder Bauer sein Feld immer schön in Längsrichtung pflügt, bleiben die Samen der Blumen ziemlich genau auf einem Feld, so dass sich eine gewisse Sortenreinheit der bunten Blumen einstellt.

Selbstverständlich ist das Erlebnis der Blütenpracht jedes Jahr ein wenig anders, das Wetter bestimmt eben, welche Pflanze wann blüht.

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Bald nach der Farbenpracht werden die Linsen geerntet, danach trocknen sie ein paar Wochen, bevor sie im August gedroschen werden. Und dann kann man sie endlich frisch kaufen, um so leckere Sachen wie Linsensuppe daraus zu kochen.

Windows im öffentlichen Leben

29. Oktober 2011 7 Kommentare

Überall versagt die moderne Technik: am Bankautomaten, in den Fahrzeugen der Berliner U-Bahnen und Busse, im Museum, an der Packstation, an den Anzeigetafeln der Bahn und nun auch am Fahrkartenautomat im Hauptbahnhof:

Das Versprechen, das implizit hinter „Please wait while your computer restarts“ steht, wurde übrigens nicht eingelöst – auch nach längerem Warten nahm der Automat trotz erfolgreichem CHKDSK (DOS lässt grüßen) seinen Dienst nicht mehr auf.

Tauben und Tomaten

9. Oktober 2011 3 Kommentare

Tauben und Tomaten

Brückenpfeiler der Alten Brücke in Frankfurt. Dass die Tauben dort sitzen, verwundert nicht, dass dort Tomaten wachsen, schon eher.

Grüne Soß und Apfelwein

8. Oktober 2011 8 Kommentare

In Frankfurt am Main war ich noch nicht oft, nach einer sehr langen Pause kürzlich wieder an einem Wochenende zu einer Tagung.

Selbstverständlich musste ich diesmal die Frankfurter Spezialitäten kosten, allen voran die berühmte Grüne Soße (die hatte ich noch nie) und den Apfelwein (den hatte ich beim letzten Besuch vor Jahrzehnten). Im Sachsenhäuser Vergnügungsviertel, das gleich hinter dem Tagungsort lag, scheint es mir inzwischen mehr Shisha-Lounges als Apfelweinkneipen zu geben, mittags ist es da auch ziemlich scheintot und abends einfach zu laut und alkoholselig.

Also musste ich über die Brücke zum anderen Ufer und dort ein Lokal suchen, das Grüne Soße auf der Karte hat. Fündig bin ich gleich am Dom geworden, im Café Metropol. Gelegen ist das Café in einem der vielen Neubauten aus den 1950ern, die hier rund um den Dom stehen und die oft mit einem Wandschmuck versehen sind, der ihnen eine ganz eigene Anmutung gibt.

  

Das Café hat einen großen Innenhof, der gut besucht war, was wohl zu gleichen Teilen auf den strahlenden Sonnenschein des ersten Oktoberwochenendes dieses Jahres und auf das gute Kuchen- und Speiseangebot zurückzuführen ist. Den Kuchen (man backt selbst) habe ich zwar nicht probiert, das was auf auf der Theke stand, sah aber überaus verführerisch aus.

Die Grie Soß gibt es hier in der fast klassischen Variante mit vier halben Eiern und Bratkartoffeln (ganz klassisch wär’s mit gekochten statt gebratenen). Es sind nicht etwa Kartoffeln und Ei mit Soße, sondern die Grüne Soße spielt die Hauptrolle und Ei und Kartoffeln sind die Beilage. Als Zugeständnis an die moderne Zeit fanden sich auch ein paar Raukeblätter auf dem Teller. Mir hat es sehr gut geschmeckt.

Dazu bestellte ich ein schönes Glas Sauren, der tat richtig gut, so kalt und erfrischend im warmen Sonnenschein. Im Café Metropol kommt der Apfelwein der Bio-Kelterei Matsch & Brei zum Ausschank, der mir von den vielen Apfelweinen, die ich an diesem Wochenende getrunken habe, mit am besten geschmeckt hat.

Die erste Stunde nach der Mittagspause kämpfte ich in der Folge dann auch mit etwas schweren Augenlidern.


5birnen
Café Metropol
Weckmarkt 13-15, 60311 Frankfurt am Main

069-288287
www.metropolcafe.de

Eiserner Steg über den Main in Frankfurt

7. Oktober 2011 8 Kommentare

ΠΛΕΟΝ ΕΠΙ ΟΙΝΟΠΑ ΠΟΝΤΟΝ ΕΠ ΑΛΛΟΘΡΟΟΥΣ ΑΝΘΡΩΠΟΥΣ – »Auf weinfarbenem Meer segelnd zu anderssprachigen Menschen« schreibt Homer in seiner Odyssee – ein trefflicher Satz, um als Motto für eine Brücke zu dienen. Mehr zur Geschichte dieser Brücke, die schon 1869 gebaut wurde, damit die Frankfurter bequemer die Sachsenhausener auf der anderen Seite des Mains – dribb de Bach – besuchen können, kann man auf der ihr gewidmeten Homepage nachlesen.

Waldtelefon

5. Oktober 2011 7 Kommentare

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