Whiskytram Berlin
Berlin bietet ab Januar 2012 einmal im Monat eine neue und ganz besondere Möglichkeit, die Stadt kennen zu lernen: die Whiskytram – so jedenfalls lautete die Ankündigung des Veranstalters.

Kurzer Halt für die Raucher am Kupfergraben
Drei Stunden geht’s mit der Straßenbahn durch die Stadt. Buchautor, Feinschmecker und Whiskykenner Peter Eichhorn erzählt dabei auf kurzweilige Art Geschichte und Geschichten der Stadt und gibt nähere Informationen zu den ausgeschenkten Getränken. Man hat so genügend Zeit, unter fachkundiger Anleitung des Teams von Finest Whisky eine Auswahl aus einem halben Dutzend feinster schottischer Whiskys von unabhängigen Abfüllern zu verkosten.

Uwe Wagmüller schenkt ein – hier den Glen Grant
An der Jungfernfahrt der Whiskytram durfte ich teilnehmen. Der trübe November-Sonntag wurde erfolgreich durch die folgenden Whiskies – alle in Cask Strength – aufgehellt:
- ARRAN David Stirk, 2000 (11 Jahre), 45,8%, Isle of Arran, im Bourbonfass gereift
- GLEN GRANT Duncan Taylor, 1992 (19 Jahre), 51,5%, Speyside
- IMPERIAL Special Bottling for Finest Whisky, 1998 (13 Jahre) 54,1%, Speyside, im Sherryfass gereift
- CAPERDONICH Liquid Library, 1995 (16 Jahre) 50%, Speyside
- HIGHLAND PARK Exclusive Cask, 1998 (13 Jahre), 52,1%, Orkney
- LAPHROAIG Liquid Sun, 1998 (13 Jahre) 51,1%, Islay, intensiv phenolig, torfig, rauchig
Meine Favoriten waren ganz klar der Caperdonich und – für mich eher ungewöhnlich – der Laphroig. Wahrscheinlich ist doch etwas dran an der Aussage, dass man, je mehr Whiskies man trinkt, zunehmend auch zu den torfigeren tendiert.
Es wird Zeit, dass das Straßenbahnnetz auch im Westteil der Stadt weiter ausgebaut wird, damit die Whiskytram auch hier eine Schleife fahren kann. Gegenwärtig geht’s nur über die Seestraße bis zum Virchow-Krankenhaus, in ein paar Jahren auch bis zum Hauptbahnhof. Wenn dann in ferner Zukunft die beiden „Westausleger“ der Tram mit einer Schleife durch Moabit verbunden sein werden, kann Peter Eichhorn eine seiner Geschichten aus „Berlin auf Gangsterjagd“ vortragen, wenn die Tram am Moabiter Kriminalgericht vorbei fährt.

Peter Eichhorn erklärt die Stadt samt Getränkebegleitung
Leider wird es wohl dazu in absehbarer Zeit nicht kommen, und auch die anfängliche Ankündigung, dass diese Fahrt einmal im Monat stattfindet, wird sich so nicht umsetzen lassen, da das Entgelt, das die BVG für ihre Partytram im nächsten Jahr verlangt, das ganze Unterfangen so kostspielig macht, dass der Teilnahmepreis für den einzelnen letztendlich unattraktiv hoch wäre.
Schade, dass in Berlin nicht gehen soll, was in Frankfurt – denn daher kommt die Idee der Whiskytram – schon seit 2008 etabliert ist. Das Team von Finest Whisky arbeitet aber schon an einer Alternative.





















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