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Archiv für die Kategorie ‘Essen und trinken’

Pub Montmarte – Chez Clint

28. November 2009 2 Kommentare

  

Steigt man auf den Montmarte, was man eher wegen des Ausblicks als der doch recht kitschig geratenen Kirche Sacre Cœur machen sollte, und läuft dann zu Fuß durch die schönen Straßen wieder ins Tal, stellt sich der Appetit ganz von selbst ein.

Die meisten Bistros und Restaurants am Wegesrand sind gut gefüllt mit Touristen. Aber nicht alle: An der Ecke von Rue Joseph de Maistre und Rue Constance findet man das Pub Montmarte, das den passenden Untertitel »Chez Clint« trägt, denn diese Kneipe ist mit allerlei Clint Eastwood Memorabilien ausgestattet, die Wände mit Westernszenen bemalt, und der Wirt selbst hat auch eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Schauspieler. Er scheint sich in dieser Rolle auch ganz gut zu gefallen, hat er sich doch vor seinem Lokal stehend, das dafür kurzerhand als Saloon in die Wüste von Arizona verschoben wurde, porträtieren lassen.

Ein kleines Mittagessen für zwei, bestehend aus einem Omelette Fromage, einem Croque Monsieur und einem halben Liter Bordeaux, belastet hier die Urlaubskasse mit erschwinglichen 22,50€. Beide Gerichte kamen in großen Portionen und schmeckten ordentlich, selbstverständlich war es keine Gourmetqualität aber doch deutlich besser als das, was die allgegenwärtigen Burger- und Frittenketten so anbieten.


3 Birnen

Pub Montmarte
11 rue Joseph de Maistre, 75018 Paris

+33 1 42 55 38 73
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Le Brebant in Paris

28. November 2009 3 Kommentare

Ein Café-Restaurant mit einer bemerkenswerten Mischung von Alt und Neu in der Inneneinrichtung. Der Raum ist schmal und lang und wird von der großen Theke dominiert, die sich den ganzen Raum entlang zieht und die draußen auch mit Grand Comptoir speziell beworben wird. Hinter der Theke stehen die Flaschen in hohen Regalen fast bis zur Decke, zwischen den Regalen schmücken güldene Damen im Stil der Belle Époque den Raum. Ins Auge fallen vor allem die vielen Glühlampen, die in allen möglichen Varianten – keine davon ist eine Energiesparlampe, aber die Franzosen haben ja auch genug AKW in ihrem Land – von der Decke hängen und in einer Art Nachttischlämpchen an den Wänden angebracht sind, die nicht schon von der Theke besetzt sind.

Wir haben hier nur einen Pastis an der Theke – lang genug ist sie ja, dass man immer einen Platz finden sollte – genommen. Dazu wurden sogar Oliven und Salzgebäck gereicht. Das Ganze war mit 2,70 pro Glas recht günstig, woran man sieht, dass die allfällige Aussage, Paris sei teuer, selbst hier, im Umfeld der Grands Boulevards, nicht stimmt.

Natürlich zahlt man sitzend im Salle ein paar Euro mehr, wobei dafür schlichtweg im Haus selbst bis auf zwei, drei kleine Bistrotische kein Platz mehr ist, und der Saal unter der Markise auf dem Trottoir stattfindet. Wie in so vielen Bistros in Paris werden auch hier Austern angeboten.


Le Brebant
32, Boulevard Poissonniere, 75009 Paris


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Pâtisserie Le Valentin in Paris

23. November 2009 13 Kommentare

Unwiderstehlich, wirklich unwiderstehlich, diese französischen Pâtisserien! In der Passage Jouffroy findet sich eine weitere erwähnenswerte: Le Valentin. An deren Fenster, über dem der Pâtissier selbstbewusst den Schriftzug La Tour des Delices (ein I ist ihm schon abhanden gekommen – ob das wohl aus Marzipan war?) angebracht hat, drücken sich die Besucher der Passage regelmäßig die Nasen platt. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn die Auslage zeigt so herrliche Köstlichkeiten, dass ein Besuch des Cafés trotz der nicht gerade niedrigen Preise geradezu von zwanghafter Unausweichlichkeit war.

Auch hier war wieder eine heiße Schokolade angesagt, zu der wir kleine Törtchen orderten: für die Lieblingszicke einen kleinen Mont Blanc und für mich eine Polonaise. Beides war außergewöhnlich gut, ganz besonders aber der Mont Blanc mit dem feinen Maronenpüree, derweil mir die Polonaise einen Hauch zu süß erschien. Das nahrhafte Getränk war auch hier selbstverständlich aus geschmolzener Schokolade hergestellt, kam allerdings schon mit Milch gemischt an den Tisch, dafür aber ganz ungesüßt, so dass man selber den gewünschten Süßegrad einstellen konnte.


4birnen
Le Valentin
30, Passage Jouffroy, 1 Paris

+33 1 42 46 12 20
www.le-valentin.fr
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Glacier Berthillon in Paris

8. November 2009 2 Kommentare

Das phänomenale Eis habe ich hier nicht gegessen. An einem kühlen Novembersonntag war mir nicht so danach, und ich habe mich lieber im Salon de thé niedergelassen und dort eine heiße Schokolade genossen und dazu ein Fondant au chocolat gekostet. Die Schokolade wird hier so gemacht, wie es sich gehört: es kommt ein kleines Kännchen geschmolzener Schokolade und dazu ein größeres Kännchen heißer Milch, woraus sich der Gast selbst die gewünschte Mischung zubereiten kann. Und die Fondants au chocolat sind ein Gedicht.

Übrigens scheinen sich gelegentlich auch Einheimische unter die vielen Touristen zu verirren, die das Café sonntags erstürmen.


5birnen
Berthillon Glacier
29-31 rue Saint Louis en l’ile, 75004 Paris

+33 1 43 54 31 61
www.berthillon.fr

Restaurant Eiffel

5. Oktober 2009 Kommentieren

Eiffel

Anlässlich der Qype-Restaurant-Woche war ich zum ersten mal im Eiffel und muss sagen, dass das Menu, das dort für 24 € angeboten wurde, seinen Preis mehr als wert war. Für 11 € zusätzlich hätte es auch eine passende Weinbegleitung gegeben, ein Angebot, das ich dann aber nicht in Anspruch genommen habe.

Als Vorspeise gab es „Rilettes und Geräuchertes vom Thunfisch mit Gurkenmousse“, als Hauptgericht stand „Gebratener Kalbstafelspitz unter Kürbiskernkruste mit Zwiebeljus, Wirsing und Kartoffelgnocchi“ auf der Karte und selbtsverständlich bildete etwas Süßes den Abschluss: „Quark-Soufflé mit Pflaumenterrine“. Meiner Bitte, die Vorspeise gegen etwas Fischloses zu tauschen, wurde ohne Mucken und Murren entsprochen, ich folgte der ausgesprochenen Empfehlung für eine Alternative, hätte mir aber auch etwas anderes von der regulären Karte aussuchen können.

Was dann auf den Tisch kam, hätte im Menü auch problemlos blumiger beschrieben werden können, denn es waren durchaus mehr Überraschungen auf dem Teller, als die Beschreibung vermuten ließ. Ich bekam Röllchen von Bündnerfleisch mit einem Beef-Tea mit Pilzen, den ich zum Niederknien gut fand, dazu Würfelchen von Äpfeln, sehr rund gewürzt. Meine Begleitung war vom geräucherten Thunfisch auch sehr angetan, der nur noch hauchzart nach Fisch schmeckte. Beide fanden wir aber, das der Koch generell ein wenig zu viel Zucker verwendet, mit weniger Süße wären unsere beiden Vorspeisen ein wirklicher Knaller gewesen, denn die Kombinationen unterschiedlicher Geschmäcker waren überaus gelungen.

Auch vom Hauptgericht waren wir beide sehr angetan. Das Fleisch war außergewöhnlich zart und kam schön rosa auf den Teller. Aber auch hier fanden wir, dass etwas weniger Süße am Wirsing und an der Kruste angebracht gewesen wäre. Bei der Nachspeise gab es hingegen wegen der Süße ganz und gar nichts auszusetzen, ich fand sie rundum gelungen – vor allem die Pflaumenterrine war köstlichst – und auch hier war mehr auf dem Teller, als das Menu aufführte.

Eiffel

Die Portionen waren übrigens reichlich, ich kann mir nicht vorstellen, dass hier jemand hinausgeht, ohne satt geworden zu sein. Der Service war ohne Makel, freundlich und behende. Für alles zusammen vergebe ich viereinhalb Birnen.


Restaurant Eiffel
Kurfürstendamm 105, 10711 Berlin

030 8911305
www.eiffel-berlin.de
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Osmanya Restaurant

16. September 2009 13 Kommentare

Perleberger Straße / Birkenstraߟe / Havelberger Straße

Ganz früher war hier mal das berühmt-berüchtigte Memory I, ein 24 Stunden geöffnetes Musik-Café, das auch morgens um drei noch gut besucht war. Dann zog das Memory aus und ein paar Jahre später wurde das aus gelben und roten Ziegeln gebaute Eckhaus aufwendig restauriert, so dass es heute wieder ein wahres Schmuckstück an der Perleberger Straße ist. Es gehört zu den älteren Häusern in Moabit und wurde bereits 1875 fertiggestellt, sehr wahrscheinlich ist es ein Entwurf des Architekten Johannes Otzen (der – oh wie wundersam – auch der Architekt der Hauptkirche meiner Heimatstadt ist).

1077-Ehemaliges Memory

Vor vielen Jahren begannen dann die Renovierungsarbeiten in den ehemaligen Räumen des Memory. Mit einer unglaublichen Langsamkeit zogen sie sich durch die Jahre hin, machmal schien monatelang gar keine Veränderung stattzufinden. Seit ungefähr zwei Jahren konnte man dann miterleben, wie die Räume nach und nach eine immer deutlicher werdende orientalische Anmutung bekamen: erst ein paar Spitzbögen und Pfeiler mit besonderen Kapitellen , dann die Arabesken an den Wänden, die goldenen Verzierungen auf dem Boden, schließlich hingen auf einmal die üppigen Kronleuchter an der Decke und irgendwann standen dann auch Tische und Stühle darin. Die ganze Einrichtung ist mit sehr viel Sorgfalt und Liebe zum Detail hergestellt.

Dass der Laden jemals eröffnet werden würde, wollte man gar nicht mehr glauben. Und doch waren heute die Räume zum ersten Mal erleuchtet und auf bis auf den letzten Platz besetzt. Eine geschlossene Gesellschaft feierte.

Osmanya

Ob es nun lediglich ein besonders prachtvoller Ort für Veranstaltungen oder ein regelmäßig geöffnetes Restaurant sein wird, ist noch nicht erkennbar. Den einschlägigen Verzeichnissen im Internet kann man jedoch schon entnehmen, dass es ein Restaurant mit türkisch-anatolischer Küche werden wird (exklusives Ambiente – Ottoman Cuisine). Eine Homepage hat das Restaurant auch schon.

Osmanya

Seit Ende September ist das Restaurant nun eröffnet, die Speisekarte sieht recht interessant aus, allerdings entsprechen die Preise auch dem hohen Anspruch, den das Restaurant auf seiner Homepage erhebt. Vorspeisen kosten zwischen 5 und 10 Euro, Hauptgerichte zwischen 15 und 25 Euro. Luxus im Herzen von Moabit, ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung.

Ebenso werde ich wohl noch herausfinden werden müssen, ob sich das Osmanya nach dem Schriftsystem für die Somalische Sprache benannt hat. Wahrscheinlich kommt mir das zwar nicht vor, aber man weiß ja nie.


Osmanya Restaurant
Birkenstraße 17/Perleberger Straße 31, 10559 Berlin

030 48829999
www.osmanya.de
Eintrag in der Berliner Denkmalliste

Fischhaus Hotel am Schaalsee

8. September 2009 14 Kommentare

Gut essen in Mecklenburg gelingt auch in Zarrentin am schönen blauen Schaalsee, der mit wenigen Kilometern Umweg von der Berlin-Hamburger Autobahn zu erreichen ist. Ein Zwischenstopp bietet sich an: Beine vertreten, ein wenig am See entlang laufen oder am Kloster Zarrentin vorbei, die Ruhe genießen und dann etwas essen.

Fischhaus am Schalsee

Das Hotel-Restaurant Fischhaus liegt in einem aufwendig restaurierten Fachwerkhaus etwas oberhalb des Schaalsees. Sein Garten erstreckt sich bis zum See, auf den man von der großen Terrasse aus einen schönen Blick hat. Aber auch innen sitzt man an kühleren Tagen ganz gut, die Einrichtung kann mit ihrem sehr gemäßigten Landhausstil durchaus gefallen ohne überladen zu sein, auch wenn der Hausprospekt von »Wohlfühlambiente« spricht.

Fischhaus am Schalsee

Im Fischhaus gibt es frischen regionalen Fisch, wie Maräne, Saibling und Zander, der wohl größtenteils direkt von der nur ein paar Hundert Meter entfernten Zarrentiner Schaalseefischerei kommt. Selbstverständlich gibt es auch Gerichte für die, die dem Fisch Fleischliches vorziehen.

So hatte ich ein anständiges Rumpsteak mit glasierten Zwiebeln und Bratkartoffeln – ja, man ist hier im bratkartoffelseligen Norden – das gemäß meinem Wunsch sehr rosa gebraten auf den Teller kam. Dazu eine sehr leckere hausgemachte Kräuterbutter mit Estragon. Ich war’s zufrieden. Die Lieblingszicke aß Fisch: Pannfisch von der Edelmaräne mit Senfsauce und ebenfalls mit den hervorragenden Bratkartoffeln. Sie schwärmte noch Stunden später von der Qualität des Fischs.

Den Anspruch, ein Gourmet-Restaurant mit ausgefeiltesten Küchenkreationen zu sein, erhebt das Fischhaus nicht, aber was auf den Tisch kommt, ist frisch und mit Liebe und Sachverstand sehr gut zubereitet und wird von der aufmerksamen Bedienung freundlich und flink serviert. Die Küche ist übrigens von allen Seiten einsehbar, so dass man den Köchen bei der Zubereitung des Essens zusehen kann. An der Küchentür steht: Saiblingsfilet jeden Tag frisch.

Selbstverständlich kann man hier mehr als einen Zwischenstopp einlegen, das Biosphärenreservat Schaalsee bietet sich für einen kurzen Urlaub an und das Hotel Fischhaus hat dazu die passenden Zimmer. Mehr Informationen auf der Homepage des Hauses.


4birnen

Fischhaus Hotel am Schaalsee
Amtsstraße 11, 19246 Zarrentin

038851 55990
www.fischhaus-schaalsee.de

Coffee Avenue № 2

7. September 2009 1 Kommentar

Coffee Avenue No 2

In den Räumen, in denen bis März 2009 noch das Alimentari e Vini Bistro residierte, hat schon vor ein paar Monaten ein neuer Kaffeeladen aufgemacht. Hier wird der Kaffee mit Einstein-Produkten hergestellt und ist auch ganz passabel, die sehr günstigen Preise für die verschiedenen Kaffees hat man allerdings leider nicht vom Vorgänger übernommen.

Seit einiger Zeit gibt es aber auf vielfältigen Wunsch der Kundschaft die aus dem Vorgängerlokal bekannten Piadine und Focacce (jetzt “Rondine” genannt) wieder, die – mit verschiedenen Füllungen, wie z.B. Mozarella und Tomate oder Parmaschinken und Rucola, versehen – für einen Mittagsimbiss sehr beliebt sind. Seitdem bin ich mittags wieder öfter hier zu finden. Außerdem gibt’s es hier jetzt kostenloses WLAN für die Kunden (am Tresen nach dem Passwort fragen).

Und „№ 2″ bedeutet nicht etwa, dass der Laden die Zweigstelle eines „№ 1″ wäre, sondern ganz einfach, dass er auf der Kirchstraße in der Hausnummer 2 residiert.


Coffee Avenue № 2
Kirchstraße 2, 10557 Berlin

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uferlos an der Panke

31. August 2009 4 Kommentare

Sang Claire Waldoff einst noch:

Und steh’ am Ufer ich der Panke,
Möcht jleich ich wieder Leine ziehn:
Bei dem Jestanke. Na ick danke.
Ne dufte Stadt ist mein Berlin …

so kann man heute doch vom Jestanke jänzlich unbehelligt im schönen grünen Garten des uferlos am Ufer eben dieser inzwischen an vielen Stellen wieder renaturierten Panke sitzen und die warmen Spätsommerabende genießen.

Café Uferlos

Nicht nur ein gepflegtes Feierabendbier schmeckt hier, nein, zu meiner Verwunderung kann man auch sehr gut essen. Auf einer großen Tafel im Innenraum sind die Tagesgerichte ausgehängt. Mit Preisen von ca. 9 bis 15 € für ein Hauptgericht ist man für den Wedding (pardon, genauer: Gesundbrunnen) sicher schon auf der etwas teureren Seite, aber was auf den Tisch kommt, scheint mir jeden Euro wert.

Mein Essen war erstens eine ungewöhnliche Kombination und zweitens auch noch ungewöhnlich gut zubereitet: „Medaillons vom Schweinefilet mit Blutwurst-Chilikruste, Birnen-Chutney und La Ratte-Kartoffeln“ stand auf der Karte, dazu kamen aber auch noch Pfifferlinge in Sahne mit rohen Frühlingszwiebeln. Klingt schräg, schmeckte mir in dieser Zusammenstellung aber sehr gut. Nur das Filet hätte ich mir einen Tick mehr rosa gewünscht.

Café Uferlos

Ich komme wieder!


4birnen
uferlos
Uferstraße 13, 13357 Berlin

030 46600510

Braumanufaktur Forsthaus Templin

20. August 2009 9 Kommentare

Forsthaus Templin

Anlässlich des Teltower Rübchenfestes Ende September 2007 hatte ich das Bier der Braumanufaktur zum ersten Mal probieren können. Ein Besuch der Brauerei mit der angeschlossenen Gastwirtschaft am Templiner See stand seitdem auf dem Plan. Zwei Jahr später habe ich es doch endlich geschafft, das Brauhaus selbst zu besuchen.

Und es ist ein besonders schöner Abend geworden: mit guten Freunden das besondere Bier genossen, gut gegessen und gut unterhalten. Man sitzt sehr schön im großen Biergarten, der zwar nicht direkt am Templiner See liegt aber den Blick auf riesige Platanen eröffnet.

Forsthaus Templin  Forsthaus Templin
Weiße pur vorab und Braumeistersteak mit Potsdamer Stange

Hingefahren waren wir vor allem, um die hier gebraute Weiße zu verkosten. Die darf zwar nicht Berliner Weiße heißen, sondern muss als Potsdamer Weiße bezeichnet werden, ist aber geschmacklich nach meiner Meinung der überwiegend in Berlin servierten Weiße eines großen Bauimperiums haushoch überlegen, zudem selbige in vielen Gaststätten als Fertigmischung gereicht wird. Die Weiße der Braumanufaktur hat einen intensiven Geschmack, der dazu einlädt, sie pur zu genießen, sich aber auch behaupten kann, wenn man sie mit Schuss trinkt, aber besonders. Wer es ganz klassisch mag, bestellt sich einen Kümmel dazu und genießt sie als Weiße mit Strippe.

Die Küche ist deftig-kräftig, ganz wie es sich für ein Brauhaus gehört. Zu vielen Gerichten wird Treberbrot gereicht (Treber sind die Rückstände des Malzes bei der Bierherstellung), ein sehr schmackhaftes, dunkles Brot, das man hier – ebenso wie die Biere – zwecks Mitnahme nach Hause erwerben kann. Das Bierkutschersteak (in Bier marinierter Schweinekamm) mit Bratkartoffeln in Bier eingelegten Zwiebelringen schmeckte mir vorzüglich. Die Preise kann man nicht anders als günstig bezeichnen, und das gilt für Essen und Trinken gleichermaßen.

Übrigens hält direkt vor dem Forsthaus der Havelbus 607, der einen auch nach dem Genuß aller angebotenen Bierspezialitäten sicher nach Postdam Hbf bringt. Hinfahren kann man auch vom Volkspark Glienecke (Krughorn, gegenüber der Sacrower Heilandkirche) aus mit dem Wassertaxi, eine sehr schöne Fahrt von rund 50 Minuten Dauer, die an vielen Potsdamer Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.


5birnen

Braumanufaktur Forsthaus Templin

Templiner Straße 102, 14473 Potsdam
033209 217979
www.braumanufaktur.de

Öffnungszeiten: täglich 11-23h