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Archiv für die Kategorie ‘Segeln’

Storebælt-Brücke

21. September 2008 Kommentieren

Die Große-Belt-Brücke ist ein grandioses Bauwerk zwischen den Inseln Fünen und Seeland. Die 1998 fertiggestellte Brücke besteht aus zwei Teilen: dem westlichen Teil (Vestbro) und dem östlichen Teil (Østbro), die sich auf der kleinen Insel Sprogø begegnen.


Karte der Storebælt-Brücke über den Großen Belt (aus Wikimedia, von Benutzer Lencer, Lizenz: Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0)

Der Ostteil ist eine beeindruckende Hängebrücke mit einer Spannweite von 1624 Metern zwischen den beiden 254 Meter aufragenden Pylonen, die damit auch den höchsten Punkt Dänemarks bilden. Das Bauwerk ist die längste Hängebrücke Europas und die drittlängste der Welt.

Grosse-Belt-Bruecke

Für die Schifffahrt lässt die Brücke eine Durchfahrtshöhe von 65 Metern, so dass auch unser Segelschiff mit einer Masthöhe von 34 Metern locker darunter hindurchgeht, wenngleich es von Bord aus gesehen doch den Anschein hat, die Mastspitze würde die Unterkante der Fahrbahn ankratzen. Trotz der gigantischen Abmessungen wirkt die Brücke, wenn man sie aus der Ferne sieht oder wenn man unter ihr durchfährt, fast zierlich.

Grosse-Belt-Bruecke

Der westliche Teil ruht auf 63 Pfeilern und trägt sowohl den Autoverkehr als auch die Eisenbahn, die aber auf Sprogø in einem Tunnel verschwindet, der unter dem Wasser der Ostsee nach Seeland führt. Die Gesamtlänge des Bauwerks beträgt 18 km.

Vermutlich ist der Blick auf die Brücke eindrucksvoller, wenn man mit dem Schiff unter ihr durch fährt, als wenn man mit dem Auto über sie hinweg fährt (billiger ist es auch, es kostet nämlich nichts).


Storebæltsvej 70, Autobahn E20, 4220 Korsør
+45 7015 1015

www.storebaelt.dk

Fregatten Jylland in Ebeltoft

17. September 2008 Kommentieren

Jylland Fregatten

Ein Schiff, das nicht mehr segelt, noch nicht einmal mehr schwimmt, kann das spannend sein? Diese Frage stellte ich mir, als beim letzten Segeltörn vor dem Anlegen in Ebeltoft der Besuch eines Museumsschiffs angekündigt wurde. Aber sie ist schon etwas Besonderes, die Fregatte Jylland: Mit 71 Metern ist sie das längste ganz aus Holz gebaute, noch erhaltene Segelschiff der Welt – verdens længste træskib, Stolz der Seefahrernation Dänemark. Früher segelte sie mit 15 Knoten – das sind immerhin rund 28 km/h – über die Weltmeere, heute liegt sie als Museum im Hafen von Ebeltoft in einem eigens gebauten Trockendock.

1856 wurde ihr Kiel in Holmen bei Kopenhagen gelegt, und 1862 war der Stapellauf der stolzen Fregatte. Nur ein ganzes Dutzend Jahre diente sie ihrem eigentlichen Zweck und war als Kriegsschiff im Einsatz, denn eigentlich war sie bei ihrer Fertigstellung – trotz ihrer nicht mehr erhaltenen 400 PS starken Dampfmaschine – technisch schon überholt: Stahl löste in dieser Zeit Holz als Baumaterial ab und Dampfkraft den Vortrieb durch Segel. Ebenso machten die Vorderladerkanonen, von denen die Jylland 46 besaß, den Hinterladern Platz.

Nationales Symbol wurde sie 1864, als sie das Seegefecht vor Helgoland mit einem Volltreffer gegen die preußisch-österreichische Flotte für Dänemark entscheiden konnte, obwohl letztlich der Deutsch-Dänische Krieg zu Gunsten von Preußen und Österreich ausging: das Herzogtum Schleswig fiel an Preußen und in der Folge kam der Flensburger Löwe nach Berlin.

Die Beschreibung und Darstellung der Schlacht anhand eines großen Modells nimmt auch einen wesentlichen Teil der Ausstellung im Museum in Anspruch, ebenso wie die Ausführungen zur Reise nach Island, die der dänische König mit ihr 1874 zur Tausendjahrfeier der Landnahme unternahm. Denn von 1874 bis 1886 war die Jylland das Königsschiff von Christian IX.

Beeindruckend ist aber das Schiff selbst: über dem mächtigen, kupferbeschlagenen Rumpf, dessen Größe man durch die Aufbahrung im Trockendock erst vollständig ermessen kann, ragen drei Masten mit gewaltigen Rahen mehr als 50 Meter hoch in den Himmel. Wieviel mehr Taue würden hier erst einmal sein, trüge das Schiff noch seine Segel!

Jylland Fregatten
Das Batteriedeck

Im Inneren überraschen die gewaltigen Räume des Batteriedecks mit seinen Kanonen und des darunter liegenden Banjerdecks, Aufenthalts- und Schlafraum der 430 Mann starken Mannschaft und Bunkerraum für 300 Tonnen Kohle. Wo es heute geräumig und leer aussieht, muss eine drangvolle Enge und im Gefecht eine hektische Betriebsamkeit geherrscht haben.

Ganz unten dann die Last, die früher auch die Dampfmaschine und die Kessel beherbergten. Auffallend sind hier die gitterartigen Verstrebungen über den Spanten, die es überhaupt erst möglich machten, ein Schiff dieser Größe ganz aus Holz zu bauen.

Ich fand den Besuch des Schiffs und der Ausstellung im angeschlossenen Museum sehr interessant und trotz des vergleichsweise hohen Eintrittspreises von 13 € lohnend.


S.A. Jensens Vej 2, Fregatøen, 8400 Ebeltoft
+45 86 34 1099

www.fregatten-jylland.dk
Nov-Mär: 10-16 Uhr; Apr-Jun und Sep-Okt: 10-17 Uhr; Jul-Aug: 10-19 Uh

Tall Ships’ Races

22. März 2008 4 Kommentare

tall_ships__race_2003_2

Segeln ist eine wunderbare Art, seinen Urlaub zu verbringen. Kaum hat man den Fuß an Bord gesetzt, ist der Alltag auch schon vergessen, denn an Bord bestimmen elementare Dinge das Leben: Wind und Wasser, die Zusammenarbeit mit fremden Menschen, der Rhythmus des Wachwechsels, das Leben auf engstem Raum. Ein eigenes Schiff habe ich ebenso wenig wie eine Befähigung, die über den Sportbootführerschein Binnen hinaus ginge. Darum bin ich Mitglied im Verein Clipper, der vier große Segelschiffe betreibt, und mit dem ich schon einige Segelreisen gemacht habe.

Die interessantesten waren die im Rahmen der Tall Ships’ Races, die letzte dieser Reisen führte mich 2003 von Stockholm über Riga nach Travemünde.

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Nadeshda aus Wladiwostok

Vor ein paar Jahren hießen die Regatten noch Cutty Sark Tall Ships’ Races, nun ist der Sponsor abgesprungen. Es war ja auch eigenartig, dass ausgerechnet ein Whiskyvermarkter eine internationale Veranstaltung unterstützt, die sich im Wesentlichen an Jugendliche richtet.

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Alexander von Humboldt

Die Regatta findet seit 1956 jedes Jahr statt. Sie wird von Sail Training International ausgerichtet, einem Dachverband nationaler Sail Training Associations – in Deutschland ist das die STAG. Viele bekannte Großsegler – wie zum Beispiel aus Russland die 1987 gebaute Mir, die Sedow als größtes noch fahrendes altes Segelschiff der Welt, die Krusenstern als letzter noch segelnder Flying-P-Liner der Flotte der Hamburger Reederei F. Laeisz, die Amerigo Vespucci der italienischen Marine, die Christian Radich aus Norwegen, die Sagres aus Portugal, die Cuauhtémoc aus Mexico – und andere Traditionsschiffe nehmen teil.

Talls Ships' Race 2003
Die mexikanische Cuauhtémoc bei der Auslaufparade

Aber auch moderne Jachten segeln mit – von neun bis 120 Meter Schiffslänge ist alles dabei. Das Fahrtgebiet liegt oft in Nord- und Ostsee, aber es gibt auch Jahre, wo man durch die Biskaya segelt oder ganz im Mittelmeer bleibt.

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Die russische Mir und die Seute Deern von Clipper (rechts)

Zwischen 100 und 200 Schiffe mit bis zu 2000 Mitseglern, die mindestens zur Hälfte zwischen 15 und 25 Jahre alt sein müssen, sind für die Dauer von vier bis fünf Wochen dabei. Grundsätzlich wird die Regatta in zwei Abschnitten gesegelt, den »racing legs«, deren jedes einige hundert Seemeilen Länge hat, die in rund einer Woche zurückgelegt werden. Dazwischen findet für einige Tage das gemütliche »Cruise in Company« statt, bei dem man auf einem anderen Schiff mitfahren kann, so dass aus verschiedenen Nationen bunt gemischte Besatzungen zustande kommen. Die restlichen Tage sind Schiffe und Mannschaften in den jeweils vier teilnehmenden Häfen an Land. Den Teilnehmern wird hier ein buntes Programm geboten: von Sportwettkämpfen, Shanty-Wettbewerben bis zu Disco und Feuerwerk. Die besuchten Städte verzeichnen in der Regel etliche hunderttausend Besucher, für die der jeweilige Höhepunkt die Auslaufparade der Segelschiffe ist.

Talls Ships' Race 2003
Im Hafen von Riga. Vorne: Großherzogin Elisabeth, dahinter Cuauhtémoc, danach die Mir und ganz hinten Iskra und Pogoria

An den Tall Ships’ Races kann man über verschiedene Organisationen und Schiffsbetreiber teilnehmen. In der Regel ist aktive Mitarbeit beim Segeln erforderlich. Die Kosten belaufen sich pro Tag auf rund 65 € für Erwachsene und 40 € für Jugendliche (das sind die aktuellen Preise meines Vereins für 2008, bei anderen Organisationen dürften die Preise ähnlich liegen, dazu kommen ggf. noch Kosten für An- und Abreise), zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass Jugendliche über die nationalen Sail Training Associations eine finanzielle Zuwendung erhalten.


Tall Ships’ Races
5 Mumby Road, Gosport, Hampshire PO12 1AA
+44 (0)23 9258 6367
www.sailtraininginternational.org

Royal Louise

17. Januar 2008 4 Kommentare
Royal Louise auf der Havel in Höhe Grunewaldturm (1897 anlässlich des 100. Geburtstags des Kaisers Wilhelm I. errichtet)

Royal Louise auf der Havel in Höhe Grunewaldturm (1897 anlässlich des 100. Geburtstags des Kaisers Wilhelm I. errichtet)

Wer schon mal auf Wannsee und Havel segelt, ist möglicherweise diesem eigenartigen Schiff schon begegnet und hat sich gewundert: irgendwie stimmen die Proportionen nicht, das Schiff sieht aus wie ein großes, ist aber im Verhältnis zu den Mitseglern an Bord zu klein.

Es ist die Royal Louise, eine Miniaturfregatte im Maßstab 1:3. Sie ist der 1999 fertiggestellte Nachbau eines Schiffes, das William IV., König von Großbritannien, 1831 dem preußischen König Friedrich Wilhelm III. als Dank für das Waffenbündnis gegen Napoleon machte: eine im britischen Whoolwich gebaute Yacht mit dem Aussehen einer englischen Fregatte, aber auf ein Drittel der eigentlichen Größe geschrumpft (sonst wäre sie auch etwas zu groß für die Havel). Ihren Liegeplatz fand die Fregatte auf der Pfaueninsel im 1832 eigens nach Plänen von Schadow angelegten Fregattenschuppen. Nun weiß ich endlich auch, wieso es auf der Pfaueninsel einen Fregattenhafen gibt!

Später findet die Yacht dann in der Matrosenstation im Jungfernsee neben der Glienicker Brücke einen neuen Heimathafen, in dem sich Kaiser Wilhelm II. 1891 vom norwegischen Architekten Holm Hansen Munthe neue Gebäude im norwegischen Stil errichten lässt und das ganze Gelände in Kongsnæs umbenennt. Während des ersten Weltkriegs liegt sie dann wieder im Fregattenhafen auf der Pfaueninsel. Nach einem Intermezzo als Ausbildungsschiff für Jugendliche beim Verein »Seglerhaus am Wannsee« nutzen die Nationalsozialisten das Schiff zu Propagandazwecken, indem sie es 1935 in Kiel als Denkmal für die deutsche Marine aufstellen. 1947 wird das Schiff dann abgewrackt.

Die neue Royal Louise wird ab 1997 im Rahmen einer Arbeitsförderungsmaßnahme in Köpenick gebaut. 1999 tauft sie die damalige Senatorin für Arbeit und Frauen, Dr. Christine Bergmann, feierlich. Nachdem nur ein paar Jahre darauf der private Betreiber pleite geht, übernimmt der eigens gegründete Verein »Royal Louise – Yacht- und Schifffahrtsverein zu Potsdam e.V.« das Schiff und segelt es seit 2004 wieder auf dem Potsdamer Jungfernsee und der Havel. Zum Besuch der Queen 2004 war sogar Prinz Philip auf der Royal Louise.

Die Royal Louise hat vorerst einen Liegeplatz beim Verein »Seglerhaus am Wannsee« gefunden, soll aber sobald wie möglich an ihren historischen Liegeplatz im kaiserlichen Matrosenhafen Kongsnæs zurückkehren, wo der Verein Royal Louise schon seinen Sitz hat. Ein weiterer Verein, der »Förderverein Kongsnæs e.V.«, bemüht sich um die Rekonstruktion des norwegischen Gebäudeensembles.


Royal Louise – Yacht- und Schifffahrtsverein
Schwanenallee 7, Matrosenstation Kongsnæs, 14467 Potsdam

Hanse Sail

1. Oktober 2007 Kommentieren

Stadthafen und Hafen Warnemünde, Rostock
+49 381 2085233
www.hansesail.com
Jedes zweite Wochenende im August, von Donnerstag bis Sonntag

hansesail

Wenn man im August zur Hanse Sail will, sollte man das Auto zu Hause lassen. Die Straßen um Rostock sind verstopft und Parkplätze in der Nähe des Geschehens sind sowieso nicht zu finden. Immerhin kommen so um die eineinhalb Millionen Besucher zu diesem drei Tage währenden Großereignis. Also besser mit der Bahn. Von Berlin aus geht das ganz gut, morgens früh hin, abends spät zurück – mit dem Schönes-Wochenende-Billet ist das auch erschwinglich.

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Jedes Jahr am zweiten Wochenende im August treffen sich in Rostock an die dreihundert traditionelle Segelschiffe zur Hanse Sail. Richtig große Windjammer, wie die Viermastbark Sedow, die das größte traditionelle Segelschiff der Welt ist, oder die Krusenstern, ebenfalls eine Viermastbark, sind regelmäßig dabei, die Mehrzahl der Segelschiffe sind jedoch kleinere traditionelle Drei- und Zweimaster und moderne Segelyachten. Sowohl der Stadthafen von Rostock als auch der Hafen von Warnemünde liegen voller Schiffe.

Das publikumsträchtigste Ereignis ist das gemeinsame Auslaufen aller Schiffe am Samstagnachmittag mit dem sich daran anschließenden Feuerwerk. Hier bieten fast alle größeren teilnehmenden Schiffe die Gelegenheit an, gegen einen Obolus die Auslaufparade und das Feuerwerk an Bord zu erleben. Die Webseite der Hanse Sail gibt Auskunft über die angebotenen Mitfahrmöglichkeiten und die Modalitäten der Buchung. Hier sollte man zeitig buchen, wenn man dabei sein möchte.

Hafen in Wismar

18. September 2007 Kommentieren

Alter Holzhafen, 23966 Wismar

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Im alten Holzhafen von Wismar finden größere Yachten und Segelschiffe einen Liegeplatz für die Nacht, der nicht weit von der Wismarer Altstadt entfernt ist, so dass man sich morgens schon mal schnell frische Brötchen holen kann (erfahrene Sportschiffer geben die Lehre von der Brötchentütennavigation von Generation an Generation weiter, a posteriori ersetzt sie das Gissen des momentanen Ortes, a priori findet man mit ihr den besten Bäcker).

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Das Anlegemanöver, das wir hier fuhren, war köstlich, weil der Hafenmeister, der binnen Sekunden seinen Spitznamen Käptn Blaubär weghatte, mehrfach versuchte, die Wurfleine an Deck zu werfen, was ihm trotz geringen Abstands wiederholt nicht gelang. Er hatte aber die Ruhe weg, eine gefährliche Situation entstand nicht und wir haben es auch so geschafft, unser Schiff sicher für die Nacht festzumachen.

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Segelschule Hering

17. Februar 2007 Kommentieren

Bielefelder Straße 15, 10709 Berlin
030 8610701

www.segelschule-hering.de

Mo-Fr: 13-19h

Luv weicht Lee, Wind von Backbord weicht Wind von Steuerbord. Oder umgekehrt? Wie war das noch mal mit den Ausweichregeln? Lang ist’s her, dass ich hier meinen Sportbootführerschein Binnen, wie das amtliche Papier so schön heißt, gemacht habe.

Am Ende des Winters Theorie gebüffelt in der Schule in der Bielefelder Straße in Wilmersdorf, im Frühjahr und Sommer dann die Praxis am Großen Fenster an der Havel. Wasser hat keine Bretter, aber Boote: viel Spaß gehabt, umkippen konnte man mit den breiten mallorkinischen Booten eigentlich auch nicht. Außerdem habe ich immer schon mal ne Mark oder nen Euro in die Bötchen der DGzRS gesteckt, das hilft auch gegen Kentern (obwohl man ja auch das üben sollte).

Gut betreut und richtig ausgebildet habe ich mich hier immer gefühlt, die Lehrer waren freundlich und haben das nötige Wissen offensichtlich mit Erfolg vermittelt, denn die Prüfung hab ich gleich beim ersten Anlauf gepackt.

Später habe ich dann immer mal wieder mit einer Freundin am Wochenende eine Jolle bei Hering gemietet (unsere liebste war die Yxilon) – drei Stunden gegen den Wind vom Großen Fenster an Schwanenwerder vorbei zur Pfaueninsel und dann vor dem Wind in 30 Minuten zurück, das hat Spaß und müde gemacht.

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Mississippi – Clipper DJS e.V.

11. Februar 2007 Kommentieren

Seit 1985 gibt es in Hamburg-Harburg ein Zuhause für die Clipper-Schiffe. Im Harburger Überwinterungshafen liegt Mississippi, ein Schwimmponton mit Werkstätten für die Arbeiten an den Schiffen. Natürlich gibt es auch eine Kombüse, eine Messe und Übernachtungsmöglichkeiten.

Mitsegler der Sommertörns kommen an den Wochenenden zwischen November und März hierher und schwingen Rostbürsten, Schrubber und Pinsel.

Und nach fleißigem Werken gehört eine gemütliche Abendrunde auf Mississippi dazu. Oder ein Besuch bei Rosi im Harburger Fährhaus gleich nebenan.


Am Überwinterungshafen, Hamburg
+49 40 76755154
www.clipper-djs.org

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Clipper – Deutsches Jugendwerk zur See e.V.

9. November 2006 3 Kommentare

CLIPPER – Deutsches Jugendwerk zur See e.V.
Reichskanzlerstr. 11 B, 22609 Hamburg
+49 40 82278103
www.clipper-djs.org

Seute Deern
Seute Deern

Clipper hat sich der Förderung des Segelns auf Großseglern verschrieben und macht das vor allem für Jugendliche. Aber selbstverständlich dürfen auch die Älteren mit…

Der Verein hat vier Großsegler, davon sind drei Holzschiffe, das älteste, die Amphitrite, ist mehr als 110 Jahre alt. Fahrtgebiet ist vor allem die Ostsee („dänische Südsee“), aber fast jedes Jahr nehmen ein oder zwei Clipper-Schiffe an den Tall Ships’ Races teil und man legt auch mal weitere Strecken zurück.

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Mit der Johann Smidt beim Cutty Sark Tall Ships’ Race 1998

2. September 1998 2 Kommentare

Vom 15. Juli bis zum 2. August 1998 bin ich an Bord der Johann Smidt von St. Malo über Falmouth nach Lissabon gesegelt. Es war mein erster Törn an Bord eines Segelschiffs. Die Johann Smidt ist eines von vier Schiffen, das der Verein Clipper Deutsches Jugendwerk zur See e.V. betreibt.

cuttylogo An Bord der Johann Smidt haben wir – das sind sieben Mann istalogo_smStammbesatzung (Kapitän, Steuerleute, Maschinist und Koch) und 30 „Deckshände“ – am Cutty Sark Tall Ships’ Race teilgenommen, das jedes Jahr von der ISTA (International Sail Training Association) ausgerichtet wird.

cutty_map19981Das Rennen besteht immer aus zwei Teilrennen, die getrennt bewertet werden und die durchaus auch von unterschiedlichen Schiffen gefahren werden. 1998 führte das Rennen über eine Strecke von 740 sm von Falmouth nach Lissabon und in der zweiten Teilstrecke von Vigo in Spanien nach Dublin. Wir sind nur die erste Teilstrecke mitgesegelt.

Unsere Reise begann am 14. Juli mit einer Busfahrt von Hamburg nach St. Malo, wo wir am 15. Juli nachmittags die Johann Smidt von der Vorbesatzung übernahmen. Wegen des starken Tidenhubs, der das Auslaufen aus dem Hafen nur bei Flut erlaubt, sind wir dann auch gleich um zehn Uhr abends ausgelaufen und haben uns auf den Weg nach Falmouth gemacht. Der heftige Westwind im englischen Kanal hat uns zu einer guten Geschwindigkeit verholfen, aber auch seinen Tribut in Form der Seekrankheit bei einem Gutteil der Mannschaft gefordert.

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Dieses Meer von Masten, Rahen und Tauwerk begrüßte uns am 16. Juli beim Einlaufen in den Hafen von Falmouth.

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Unseren Liegeplatz im Hafen von Falmouth fanden wir neben der holländischen Swan van Makkum und der britischen Astrid. Hier ist schwer zu erkennen, was zu welchem Schiff gehört: die gelben Masten sind aber auch hier ein untrügliches Wahrzeichen unserer J. S. Neben uns machte dann noch die französische Yacht Pen Duick IV fest.

Zu den Aktivitäten, die in den drei Tagen vor dem eigentlichen Rennen stattfinden, und an denen alle Mannschaften teilnehmen, gehören diverse sportliche Wettkämpfe, wie Tauziehen, Drachenbootrennen, Gladiatorenkampf, aber auch ein Wettbewerb im Shantysingen. Höhepunkte waren die abschließende „Crews’ Parade“ am Samstag, die uns quer durch Falmouth führte und eine erkleckliche Menge von Zuschauern anzog, und die von Princess Anne vollzogene Preisverleihung an die Gewinner der sportlichen Wettbewerbe.

dragon2

Beim Drachenbootrennen in Falmouth gab die Mannschaft der Johann Smidt (auf Nr. 4), angetrieben von Swantje an der Trommel, ihre Bestes, konnte sich aber gegen die durchtrainierten Matrosen der mexikanischen Cuauhtemoc nicht durchsetzen.

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Drachenbootrennen – Spaß hat es aber trotzdem gemacht!

besuch_an_bord

Besuch an Bord – Es war eine erwünschte und oft geübte Praxis, daß sich die Regattateilnehmer gegenseitig besuchten, sich die Schiffe zeigten und sich über alle Sprachbarrieren hinweg verständigten und kennenlernten.

polnische_schiffe

Die polnischen Schiffe Pogoria, Iskra und Dar Mlodziezy (v.l.n.r.) und ganz rechts die russische Kruzenstern. Alle vier Schiffe sind in die Klasse A der großen Rahsegler eingeordnet.

kruzenstern

Die Kruzenstern ist mir irgendwie oft vors Objektiv geraten, aber sie ist ja auch ein schönes und beeindruckendes Schiff.

spieren_und_taue

Spieren und Taue ohne Ende – wer soll da noch durchblicken?

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Wantenspanner

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Mitsegler der mexikanischen Cuauhtémoc geben ein Geburtstagskonzert für Christina.

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Johanna und Annika an Bord der Astrid.

Am Sonntag, dem 19. Juli ging es dann endlich los – alle Schiffe verließen den Hafen, setzten ihre Segel und fuhren zu einer Parade in der Falmouth Bay auf. Die Parade wurde von Princess Anne abgenommen und führte an den vielen Hügeln der Falmouth Bay vorbei, die dicht mit Zuschauern besetzt waren. Aber auch zu Wasser waren Zuschauer unterwegs – jeder, der ein wie auch immer geeignetes Wasserfahrzeug hatte, schien damit unterwegs zu sein, um den Großseglern Geleit zu geben. Darunter waren viele den klassischen britischen Bootstypen nachempfundene Segelboote.

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Ein klassischer Gaffelsegler.

Die Vielzahl der Boote und der erhabene Eindruck, den die Großsegler unter vollen Segeln boten, machte aus der Parade ein einmaliges Erlebnis.

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Die französische La Recouvrance (nein, sie hat keine Kanonen hinter dem, was wie Geschützpforten ausssieht); ganz rechts sieht man noch den Bug der polnischen Zawisza Czarny.

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Der Horizont ist voller Schiffe kurz vor dem Start des Rennens.

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Die dänische Georg Stage (rechts) und die britische Astrid (?) (links).

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Die britische Malcom Miller segelt in der gleichen Klasse wie die Johann Smidt und ist – ebenso wie ihr Schwesterschiff, der Sir Winston Churchill – eine ernstzunehmende Konkurrentin.

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Die russische Mir bei der Parade in Falmouth.

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Die polnische Dar Mlodziezy bei der Parade in Falmouth.

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Die Alexander von Humbold (Mitte), die Kruzenstern (rechts) und die portugiesische Sagres (links).

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Und nochmal die Alexander von Humbold, die Swan van Makkum (links) und die ??? (rechts).

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Die Queen Elisabeth II ist extra einen Tag vor Anker gegangen, um ihren Gästen das Schauspiel der Parade nicht vorzuenthalten.

Am Nachmittag gingen dann alle teilnehmenden Schiffe über die Starlinie – jeder Teilnehmer hatte ein Startfenster von ca. 15 Minuten, innerhalb dessen er die Startlinie passieren mußte.

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Heftiges Einsetzen war verantworlich für das Fahrstuhlfahren in den Kojen des Pumakäfigs ganz vorn im Bug. Katrin steht auf Ausguck und Klaus, unser Kaptein, kontrolliert den Bullen.

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Ein wenig Krängung bei der Fahrt durch die Biskaya und Katrin steht an ihrem Lieblingsplatz und passt auf.

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Delphine begleiten uns in der Biskaya immer wieder.

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AndiAntje und Ingo, unser erster Steuermann.

johanna

Johanna

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MelanieSwantje und Steffen im Seegarten

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Hoch am Wind segelnd, zeigt die Johann Smidt hier Großsegel, Schoner, Fock und Klüver.

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Die Segel der Johann Smidt aus einer etwas ungewöhnlichen Perspektive.

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Die Wellen der Biskaya sehen auf dem Foto viel milder aus …

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Unser Koch Roland genießt eine freie Minute.

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Beim Segelwechsel ist der Einsatz der ganzen Wache gefragt.

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Beim Setzen der Segel sind auch Hellmuth, einer unserer Steuerleute, und Antje voll im Einsatz. (Hoffentlich bleibt die Zunge dran!)

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Wuddel

kerstin

Kerstin

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Christina – Abendstimmung an Bord

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Sonnenuntergang in der Biskaya

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Nach der Durchquerung der Biskaya sind diese Inseln vor Spanien die ersten Anzeichen von Land, die wir erblicken.

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Die holländische Swan van Makkum gesehen durch den Rettungsring der Johann Smidt einen Tag vor dem Durchlaufen der Ziellinie.

Am 25. Juli um 20:59:57 passierten wir schließlich die Ziellinie, womit wir eine Gesamtzeit von 6 Tagen 6 Stunden und 47 Minuten benötigt hatten.

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Die holländische Oosterschelde (hier bei der Parade in Falmouth) war die Gewinnerin in unserer Gruppe: sie fuhr am 26.07.98 um 11:35:00 über die Ziellinie. Damit hat sie zwar mit einer Gesamtzeit von 6 Tagen 21 Stunden und 20 Minuten über 14 Stunden länger als unsere Johann Smidt gebraucht, lag aber dank des für uns ungünstigen Time Correction Factors nach korrigierter Zeit 15 Minuten vor uns.

Nach dem Passieren der Ziellinie warfen wir vor Cascais den Anker. Am nächsten Morgen machten wir erst eine „Rundfahrt“ um alle anderen Segler herum, die dort ebenfalls die Nacht verbracht hatten.

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Die Dar Mlodziezy auf Reede vor Lissabon

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Die Esmeralda auf Reede vor Lissabon – und es gibt immer etwas zu malen, denn „Rost und Farbe halten ein Schiff zusammen“.

Danach segelten wir weiter südlich nach Sesimbra, wo wir im Fischereihafen die Nacht verbrachten. Auch die Oosterschelde und die Sir Winston Churchill trafen wir dort wieder. Natürlich nutzten wir die Gelegenheit, um bei einem ausgiebigen Landgang die eine oder andere Kleinigkeit in den vielen attraktiven Cafés und Fischrestaurants zu uns zu nehmen.

Am nächsten Morgen liefen wir dann in eine schöne Badebucht ein und warfen Anker, um zu baden und uns zu sonnen. Am darauffolgenden Tag brachen wir dann nach Lissabon auf.

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Die Einfahrt in den Tejo

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Antje und Christina beim Einlaufen nach Lissabon.

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Vorort von Lissabon

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Philip – alles gut aufgetucht?

Unsere Reise endete am Sonntag, dem 2. August mit dem Rückflug nach Deutschland.

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