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Posts Tagged ‘Treptow’

MINUSKEL

18. Juli 2010 8 Kommentare

Im Ernst?

Kategorien:Wundern und staunen Schlagworte: , ,

Sowjetisches Ehrenmal Treptower Park

4. November 2007 Hinterlasse einen Kommentar

Puschkinallee 12, 12435 Berlin
www.stadtentwicklung.berlin.de

ehrenmal-treptow

Das Treptower Ehrenmal ist die größte der drei Gedenkstätten, die die Rote Armee im Stadtgebiet von Berlin anlegen ließ. Hier sind mehr als 7000 Soldaten bestattet, die bei der Befreiung Berlins ihr Leben ließen.

ehrenmal-treptow-befreierAnders als beim Ehrenmal in Schönholz, wo sich die Namen der toten Soldaten schier endlos auf Tafeln aus rotem Granit aneinanderreihen, sind die Toten hier namenlos. An den Seiten des Ehrenmals, dessen Grundriss durchaus Ähnlichkeiten zu dem einer Kirche hat, stehen sechzehn monumentale Sarkophage aus Stein, deren Reliefs Szenen aus dem großen vaterländischen Krieg darstellen, an den Stirnseiten mit Zitaten von Stalin versehen, links russisch, rechts deutsch. Dazwischen die Grabfelder. Scheitelpunkt der Anlage ist der Grabhügel, der die monumentale Skulptur »Der Befreier« des Bildhauers Jewgeni Wutschetitsch trägt. Der Mosaikfries im Innenraum des Sockels zeigt Vertreter der sechzehn sowjetischen Unionsrepubliken bei der Totenehrung.

Trotz des grauen Novemberwetters mit seinem Nieselregen, dessen Nässe auf Dauer durch jede Kleidung kriecht, sind viele Menschen hier. Oder vielleicht auch gerade wegen des Novembers, des Monats, in dem man der Toten gedenkt. Mehr Besucher jedenfalls als beim ersten Mal, als ich hier war, Anfang der 80er Jahre, noch zu DDR-Zeiten als Westberliner mit einem Besucherschein eingereist.

ehrenmal-treptow-hochzeit

Auffällig viele russische Sprachfetzen dringen an mein Ohr. Eine russische Hochzeitsgesellschaft macht Fotos. Als sie sehen, dass ich fotografiere, bitten sie mich, Fotos von ihnen zu machen. Gleich habe ich ein halbes Dutzend Digitalkameras in der Hand, sie stellen sich artig auf dem zentralen Weg auf, im Hintergrund die Figur des Rotarmisten, der das Kind rettet und das Hakenkreuz zerschlägt. Vor der Figur der Mutter Heimat stehend, mache ich Fotos der Hochzeitsgesellschaft, nur keines mit meiner eigenen Kamera. Was treibt die jungen Russen gerade hierhin? Ist es ein Stück russischer Erde in Berlin, eine Art manifest gewordenen Heimatgefühls, das sich an diesem Ort des Gedenkens einstellt?

ufo in Berlin

25. Juli 2007 4 Kommentare

Futuro No 13

Der finnische Architekt Matti Suuronen hat am Ende der 1960er Jahre eine Reihe dieser Häuser aus GFK – glasfaserverstärkter Kunststoff, aus dem auch die meisten Boote hergestellt werden – entworfen und bauen lassen, die so sehr an fliegende Untertassen denken lassen und ganz und gar dem Stilempfinden der damaligen Zeit entsprachen, man denke nur an die deutsche Fernsehserie »Raumschiff Orion«. Den Ansporn für den Entwurf dieses Hause bekam Suuronen von seinem Schulfreund Kaakko Hiidenkari, der ihn beauftragt hatte, eine Skihütte zu entwerfen, die auch in schwierigem Gelände einfach aufzubauen und schnell zu beheizen sein sollte. Damit war das weltweit erste in Serie gebaute Plastikhaus geboren.

Ende der 60er Jahre war die Fortschrittsgläubigkeit groß und futuristische Architektur hatte Konjunktur: neue Formen, moderne Materialien, Mobilität – all das vereinte das Futuro. Bei einem Durchmesser von ca. 8 Metern und einer Höhe von 4 Metern bot es allerhand Platz und wog mit kompletter Einrichtung nur etwa vier Tonnen, ließ sich also mit Transporthubschraubern in schwieriges Gelände bringen. Und dank seiner dicken Isolierung mit Polyurethanschaum war es auch schnell beheizt. Die Inneneinrichtung war natürlich mindestens genauso spacig wie die äußere Erscheinung. Gekostet hat es damals als Bausatz ca. 12.000 Dollar.

Charles Wilp, der von Yves Klein zum »Prince of Space« ernannte Düsseldorfer Künstler und Werbefachmann, hatte ein Futuro als »gravitationsfreien Sozialraum« auf dem Dach seines Düsseldorfer Hauses stehen, bis ihn die Stadt 1973 zwang, es zu entfernen, da es nicht in das Stadtbild passe.

Nur wenige Jahre nachdem dieser Entwurf weltweit Furore gemacht hatte, brachte die Erdölkrise mit einer drastischen Erhöhung der Rohstoffpreise das Ende des Futuro. Es gibt wohl noch zwischen sechzig und hundert Futurohäuser weltweit, eines steht hier bei uns in Berlin an der Spree neben dem Gelände des Rundfunks der DDR (wo packe ich jetzt das »ehemalig« hin: vor Gelände, Rundfunk oder DDR?) an der Nalepastraße.

Mit diesem Futuro mit der Seriennummer 13 demonstrierte 1969 die Bayer AG auf der Hannovermesse die Qualitäten des Kunststoffs für die Isolation. Eine holländische Firma, die den Auftrag erhalten hatte, den ersten Kulturpark der DDR in Treptow auszustatten, hat es dort gesehen, kaufte es und richtet darin das »Parkfunkstudio« ein. Das Futuro kommt also schon 1969 in den Vergnügungspark Plänterwald.

Die jetzige Besitzerin entdeckte das Futuro vor Jahren auf einem Schrottplatz im Vergnügungspark Plänterwald und setzte sich in den Kopf, es haben zu wollen. Das ist ihr mit bewundernswerter Hartnäckigkeit gegen alle Widerstände gelungen; sie hat es im Sommer 2002 über die Spree zu seinem jetzigen Standplatz transportieren lassen und nutzt es jetzt als Datsche.

Futuro No 13

Am 20.5.2008 erschien ein Beitrag zu diesem Futuro und seiner Besitzerin in der Serie einestages, Zeitgeschehen auf Spiegel Online unter dem Titel Wie ich lernte, ein Ufo zu lieben, aus dem hervorgeht, dass man das Ufo ab Juli 2008 besichtigen kann und Anfragen dazu per Mail an Futuro13@berlin.de zu richten seien. Weitere Informationen zum Futuro finden sich auch in einem Artikel in der Telepolis.


Hauptstr. 20, Neben dem Gelände des Rundfunks der DDR, 12459 Berlin
www.futurohouse.com

Restauration Haus Zenner

4. Februar 2007 Hinterlasse einen Kommentar

Die Beschilderung mit “Burger King” und “Eierschale” (alter westberliner Abschleppschuppenbetreiber) verspricht nichts Gutes und lässt Fragen aufkommen, was für eine Art von Etablissement das “Haus Zenner” denn nun sein soll.

zenner2

Dabei weist das Haus eine durchaus interessante Geschichte auf: 1822 wurde es vom Schinkel-Schüler Carl Ferdinand Langhans (Architekt der Staatsoper unter den Linden) im Stil des Klassizismus als luxuriöses “Gasthaus an der Spree” errichtet. Bereits seit 1889 ist es unter dem Namen des Pächters Zenner bekannt. 1945 schwer beschädigt, wird es 1954 wieder aufgebaut. Heute ist es von den einstmals weit über 100 Ausflugsgaststätten am Treptower Ufer als einziges geblieben.

Die Lage am Wasser mit Blick auf die Insel der Jugend ist sehr schön und der Biergarten ist einer der größten in der Stadt – da wünscht man sich für das Haus Zenner doch durchaus ein besseres Betreiberkonzept.


Alt-Treptow 14, Berlin
030 5337211

Segelschiffrestaurant Klipper

4. Februar 2007 Hinterlasse einen Kommentar

Klipper

Gaststätte ist hier nicht nur das Schiff, nein, es wurde eine ganze Steganlage um die “Klipper” herum gebaut, mit vielen Sitzplätzen, die selbst im Februar bei schönem Wetter genutzt werden. Ein hölzerner Pavillon am Ende des Stegs bietet einen schönen Blick übers Wasser.

Das Schiff wurde 1890 in Groningen auf Kiel gelegt und diente ursprünglich der Versorgung der friesischen Inseln mit Lebensmitteln. Seit 2001 liegt es nun hier am Südende des Treptower Parks gegenüber der Insel der Jugend. Der ehemalige Laderaum ist die Gaststube.

Klipper Innen

Ein riesiges Oberlicht sorgt für viel Licht im einladenden Gastraum. In der kalten Jahreszeit spendet ein kanadischer Bullerjan-Ofen gemütliche Wärme. Obwohl: beim Genuss der leckeren alkoholisierten Heißgetränke, die es hier in reicher Auswahl gibt, wird’s auch ohne Ofen warm. Dankenswerterweise überlässt man dabei das Einstellen des individuell erwünschten Süßungsgrades dem Gast.

Die Speisekarte bietet – wir sind auf dem Wasser – viele Fischgerichte. Was wir gesehen und gerochen haben, machte einen sehr guten Eindruck – hier müssen wir noch mal zum Essen hin. Dank des hauseigenen Räucherofens (siehe Fotos) gibt es frisch geräucherten Fisch auf der Tageskarte.

Die Preise für Hauptgerichte bewegen sich im mittleren Bereich zwischen 10 und 15 €.


Bulgarische Str. 62, 12435 Berlin
+49 30 53216490
www.klipper-berlin.de
Öffnungszeiten: täglich 10-01h

Kategorien:Essen und trinken Schlagworte: , , , ,

Insel der Jugend

3. Februar 2007 3 Kommentare

Insel der Jugend

Die Insel der Jugend hatte schon viele Namen: Treppbruchinsel, Rohrinsel, Neuspreeland, Abteiinsel – aber mit ihrem jetzigen Namen hat sie in der DDR als Veranstaltungsort Geschichte gemacht. Im Sommer fanden hier viele legendäre Freiluft-Konzerte statt, oft auch ohne Eintritt. Hier sind unter vielen anderen auch Joe Cocker, Bob Dylan und Veronika Fischer aufgetreten. Bei den X. Weltfestspielen der Jugend und Studenten 1973 hat es hier wohl auch auch viele Konzerte gegeben – als damaliger Staatsbürger der Westsektoren Berlins kann ich dazu aber nicht schreiben, da müssen Berufenere her.

Auf die Insel führt eine 1916 erbaute Fußgängerbrücke. Die Brücke heißt dem früheren Namen der Insel folgend bis heute Abteibrücke. Den Namen trug die Insel nach einem Restaurant, das 1896 im romantisierenden Stil einer schottischen Klosterruine auf ihr errichtet wurde und 1914 abbrannte

Abtei

Die Insel war damals wie auch das gegenüberliegende Treptower Ufer ein beliebtes Ausflugsziel der Berliner. Nach dem zweiten Weltkrieg befand sich auf der Insel ein Jugendheim.

Auf der Insel wird zu den Treptower Festtagen jedes Jahr im Juni unter dem Motto “Treptow in Flammen” ein großes Feuerwerk abgebrannt, dessen Tradition sich bis in das Jahr 1825 zurückverfolgen lässt.

Mehr als 20 Jahre hatte der Jugendklub Insel hier sein Domizil und führt die Tradition der Insel als Veranstaltungsort für Konzerte fort.


Alt-Treptow 612435 Berlin

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