Terrassen am See

Terrassen am See

Die „Terrassen am See“ sind ein klassisches Berliner Ausflugslokal. In Tegelort unmittelbar am Ufer des Tegeler Sees gelegen, sind sie die letzte verbliebene Bastion traditioneller altberliner Gastlichkeit an diesem Ort.

Früher reihte sich hier eine Gastwirtschaft an die andere. Man sprach schon Anfang des 20. Jahrhunderts von der „Gaststättenkolonie Tegelort“. Die meisten Lokale hatten eine Terrasse und eine Tanzfläche zum See. Eine kleine Kapelle oder ein Alleinunterhalter spielte zum Tanz auf und schon am Nachmittag schwoofte hier vor allem die ältere Generation bis in die lauen Sommernächte hinein. Ich kann mich gut erinnern, wie wir vor Jahren als vorbeikommende Spaziergänger schon mal einen Walzer mitgetanzt haben.

Nun stehen die „Terrassen am See“ allein hier, alle anderen Wirtshäuser sind inzwischen abgebrannt, abgerissen und durch Wohnhäuser mit Seeblick für die Betuchteren ersetzt oder stehen nur noch als häßliche Ruine am Seeufer.

Terrassen am See

Hier kann man nicht nur im Sommer einkehren, zur kalten Jahreszeit sitzt man drinnen, in einem schönen hölzernen Vorbau und schaut über den See zur Insel Scharfenberg. Natürlich gibt es Kaffee und Kuchen, daneben aber auch eine kleine Speisekarten mit deftigen Gerichten zu moderaten Preisen – kein Gericht ist teurer als 10 €.


Scharfenberger Str. 41, 13505 Berlin
+49 30 4311322
Öffnungszeiten: täglich ab 10h

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4 Gedanken zu “Terrassen am See

  1. Schade, wieder einmal kam völlig überraschend der Frühling, mit strahlendem Sonnenschein und die Terrassen am See sind noch immer in der Winterpause – wie letzten Jahre auch.

    Früher konnte man sich nach einem Spaziergang, wenigsten noch auf die Terrasse setzen, selbst wenn noch nicht geöffnet war. Heutzutage ist alles verrammelt.

    „…die letzte verbliebene Bastion traditioneller altberliner Gastlichkeit an diesem Ort.“

    Hmm… Seit der o. g. Beschreibung sind 6 Jahre vergangen. Wir waren in den Sommermonaten immer sehr gern in dieser Örtlichkeit, es war urgemütlich dort und ich erinnere mich an einen plötzlichen Gewitterregen und wir alle schnell rein huschten. Wir Gäste bekamen sofort Handtücher um uns abzutrocknen und einen Grog zum aufwärmen.
    Nun haben die Besitzer vor ein paar Jahren gewechselt.
    Die traditionelle Altberliner Gastlichkeit nennt sich nun „Essensstile: Deutsch/Türkisch“.

    Bei dem tollen Wetter heute, hätte der Laden brummen können. Aber man bleibt unflexibel…
    Schade!

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  2. Knapp 4 Wochen später, haben wir heute noch einmal einen Anlauf gewagt und unserem Lieblingsort einen Besuch abgestattet.
    Heute war/ist Muttertag und mein Mann wollte seiner Maus eine Freude machen und sie zum Essen einladen. Nun war leider das Wetter sehr wechselhaft und Sonnenschein und Regen kamen im steten Wechsel, aber das hinderte uns nicht, zu den „Terrassen am See“ zu fahren.
    Oh, heute ist geöffnet, stellten wir freudig fest. Auch standen an der Seeterrasse auch schon die aufgespannten Sonnenschirme – heute wohl eher als Regenschirm gedacht.
    Ich war voller Erwartung und freute mich auf ein schönes Essen und darüber, dass ich heute nicht kochen muss. Am Hintereingang für das Personal stand ein Mann im dunklen Jogginganzug und darüber eine Küchenschürze. Hmm, das gefiel mir persönlich schon mal gar nicht. Nun, wir gingen nach innen und setzten uns in den Wintergarten, der oben auf den Bildern zu sehen ist. Allerdings ist dieser schon seit vielleicht 2 oder 3 Jahren neu bestuhlt, es gibt Tische mit Sitzbänken dort.
    Es kam auch recht schnell eine Bedienung und brachte uns die Karten, damit wir die Bestellung aufgeben konnten. Ich war voller Erwartung und hatte schon in etwa im Kopf, was ich gern essen wollte. Im letzten Jahr aß ich öfters das Holzfällersteak mit Bratkartoffeln. Ich schlage die Karte auf und ich sehe eine leicht verknitterte Seite – Tageskarte für Herren/Muttertag. Kebab mit dies und Kebab mit das und dann noch Kebab und Dorade und nichts was ich mir vorgestellt hatte. Einige Gerichte waren schon gestrichen. Ich blättere um – oh! Da kam schon etwas Dessert und dann die Getränke.
    Ich war schlicht und ergreifend pappesatt. Mein Mann sagt, dann nimm doch da diesen gefüllten Paprika. Den wollte ich nicht. „Vielleicht haben die sich ja zum Saisonbeginn noch nicht richtig eingedeckt“, meinte mein Mann. Das war mir egal. Damit hält man sich keine Gäste. „Komm, lass uns woanders hinfahren“, sagte ich und stand auf.
    Wir fuhren wieder zurück nach Wittenau und landeten in der „Pizza uffe Ecke“ – wie wir unseren Lieblings-Italiener nennen.
    Satt und zufrieden sind wir dann nach Hause. Für mich gab es vom Chef noch eine schöne große rote Rose – zum Muttertag (bekamen alle Frauen dort heute).

    Einmal werden wir die Terrassen am See noch besuchen. Wenn es richtig warm ist und wir am Wasser sitzen können. Der Besuch wird dann entscheiden, ob ich mich dort für immer verabschieden werde…

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