Kleists Grab

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Wo sonst am Kleinen Wannsee das Ufer nicht öffentlich zugänglich ist, weil sich opulente Villen auf riesigen Ufergrundstücken aneinanderreihen, gibt es zwischen zwei dieser Villen, die von Rudervereinen genutzt werden, einen schmalen bewaldeten Streifen, der von der hochgelegenen Bismarckstraße hinunterführt zum See. Auf halber Höhe liegt das Grab von Heinrich von Kleist und Henriette Vogel. Überraschend schlicht, ein einfacher rechteckiger Grabstein mit dem Vers aus Prinz Friedrich von Homburg »Nun, o Unsterblichkeit, bist du ganz mein«.

Ursprünglich standen Zeilen des Schriftstellers Max Ring auf dem Stein: »Er lebte, sang und litt in trüber, schwerer Zeit, er suchte hier den Tod und fand Unsterblichkeit«. Sie wurden 1942 durch den heutigen Text ersetzt – eine Art Arisierung, die mit der Tilgung der Worte des jüdischen Dichters Max Ring auch gleichsam die Erinnerung an den Freitod Kleists auszulöschen versucht.

Jahrelang suchte man auch einen Hinweis auf das Grab von Henriette Vogel vergeblich, nun erinnert ein Grabstein an die Gefährtin von Heinrich von Kleist und eine privat gestiftete Hinweistafel an der Straße zeigt neben Kleists Abschiedsbrief auch ein Porträt von ihr.


Bismarckstraße 2, 14109 Berlin

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