Wohnburgen

paulinenstrasse

Vor gut 20 Jahren, wir kannten uns noch nicht sehr lange, lockte mich meine Freundin Pauline mit der Aussicht auf eine Überraschung in die Paulinenstraße. Als wir uns heute im Berliner Süden herumtrieben, führte kein Weg daran vorbei und, obwohl wir wussten, was uns erwartet, bekamen wir wieder große staunende Augen. Denn sie stehen da immer noch, die Berliner Ritterburgen, wie aus dem Bilderbuch mit ihren angetäuschten Burggräben und Zugbrücken, mit Zinnen und Fensterschlitzen… Im Frühjahr sind sie bewachsen mit wildem Wein und verstecken sich hinter üppig grünen Linden, so dass man sie kaum sieht.

Gebaut hat sie um 1895 Gustav Lilienthal, der Bruder des Flugpioniers Otto Lilienthal. Vor den Häusern im englischen Tudor-Stil befand sich ein Graben, Zugbrücken gestatteten den Zugang zum Erdgeschoss. Abgesehen von der speziellen äußeren Formgebung, die anderes vermuten ließe, waren es für die damalige Zeit hochmoderne Häuser, mit Zentralheizung, gut belichteten Räumen und Flachdächern.

Hier wohnten einst preußische Rittmeister und andere Militärangehörige, führt doch die Paulinenstraße geradewegs auf die Finckensteinallee, an der die Lichterfelder Kadettenanstalt lag. Von 1878 bis 1945 stand in eben dieser Kadettenanstalt das Original des Flensburger Löwen. Zu Zeiten der Berliner Teilung war die Kasernenanlage dann als Andrew Barracks bekannt und diente den Soldaten der amerikanischen Besatzungsmacht als Unterkunft. Heute sind hier Teile des Bundesarchivs untergebracht.


Paulinenstraße 25-28, 12205 Berlin

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