Schloss Gütergotz

schloss

Schloss Gütergotz wurde 1804-05 als repräsentatives Herrenhaus für den Geheimen Oberfinanz-, Kriegs- und Domainen-Rath und General-Lotterie-Administrator August Friedrich Grothe gebaut, der selber das große Los gezogen hatte. Architekt war David Gilly, der als Lehrer von Schinkel zu den großen preußischen Baumeistern des Klassizismus gehört und Mitbegründer der Bauakademie ist. Von ihm stammen u.a. das Landgut Paretz und Schloss Steinhöfel.

Typisch für Gillys Entwürfe war die Verbindung von Schönheit mit Zweckmäßigkeit und Einfachheit, die er durch die Verfügbarkeit nur geringer Mittel während seiner Tätigkeit als Landbaumeister in Pommern erlernt hatte. Von der ursprünglichen Gillyschen Gestaltung des Schlosses Gütergotz ist jedoch bis auf den Feldsteinsockel und die Grundform nur noch wenig erhalten, denn es wurde zweimal von neuen Besitzern in der Mode der jeweiligen Zeit umgestaltet.

Bereits 1868 ließ der preußische Kriegsminister Albrecht von Roon das Haus und den Park direkt nach dem Erwerb nach dem Vorbild französischer Renaissanceschlösser umbauen. Die Fassaden erhielten eine horizontale Gliederung, die Seitenflügel wurden erhöht und mit einem stumpfen Turmansatz versehen. Die Kuppel des Hauptturmes wurde durch einen turmartigen Aufsatz ersetzt und das Dachgeschoss erhielt Dachgauben. Auch der Park wurde umgestaltet.

Bild von 1870 aus der Sammlung Duncker

Bild von 1870 aus der Sammlung Duncker

1873 erwarb der Bankier Gerson von Bleichröder das Schloss Gütergotz. Er ließ das Schloss erneut umbauen, wobei er sich an Details des Schlosses Ferrières des französischen Zweigs der Bankiersfamilie Rothschild, die ihm Vorbild und Maßstab war, orientierte. Beim Umbau des Schlosses wurde es ein zweites Mal in seiner äußeren Erscheinung in einer Stilmischung aus Elementen der deutschen, französischen und italienischen Neorenaissance umgestaltet. Die zwei stumpfen Seitentürme, die beim ersten Umbau entstanden waren, wurden weiter aufgemauert, und auch der Hauptturm wurde erheblich erhöht. Das Aussehen nach diesem letzen Umbau entspricht im Wesentlichem dem, was wir heute noch vorfinden.

Das Schloss selbst kann leider nicht besichtigt werden, es diente von 1952 bis 2010 als Altersheim und wird derzeit zu „hochwertigen Eigentumswohnungen“ umgebaut. Auch der einstige Park, von den Potsdamer Hofgärtnern Ferdinand Jühlke und Theodor Niethner angelegt, ist teilweise zerstört oder überbaut.


Schloss Gütergotz
Am Schlosspark, 14532 Stahnsdorf-Güterfelde

www.guetergotz-kultur-landschaft.de
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