Wohnstadt „Carl Legien“

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Dort wo die Wohnsituation durch dicht gedrängte Mietskasernen und dunkle Hinterhöfe geprägt war, konzipierte der Architekt Bruno Taut diese in den Jahren 1929 und 1930 für die GEHAG gebaute Wohnsiedlung, die mit ihren riesigen Innenhöfen Licht und Luft in die Wohnungen brachte. Wo sonst die Fassade zur Straße die Zuckerseite eines Hauses darstellt, zeigen Tauts Wohnblöcke zur Straße hin extreme Schlichtheit und konzentrieren sich ganz auf Rückseite, die begrünten Innenhöfe, zu denen sich die großen Balkone und Loggien der Wohnungen öffnen.

Taut konnte hier nicht – wie in seinen anderen, eher am Stadtrand gelegenen Siedlungen – eine aufgelockerte Bebauung mit kleineren Häusern entwickeln, sondern musste wegen der hohen Grundstückpreise viel dichter bauen. Mit dem Entwurf einer vier- bis fünfstöckigen Großstadtsiedlung hat er gezeigt, dass das »Neue Bauen« dem verrufenen Mietskasernenbau bei vergleichbarer Verdichtung durchaus Besseres entgegenzusetzen hatte.

Wie immer bei Tauts Bauten zeigen die Häuser innen und außen eine deutliche Farbigkeit, die auch hier den Gebäuden einen fröhlichen und belebten Anstrich gibt.

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Benannt wurde diese Siedlung im proletarischen Berlin übrigens ganz passend nach Carl Legien, dem ersten Vorsitzenden des 1919 gegründeten Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes.


Erich-Weinert-Straße, Prenzlauer Berg, 10409 Berlin
www.stadtentwicklung.berlin.de

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