Poststadion

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Eine der größten und dennoch weitgehend unbekannten Sportanlagen Berlins befindet sich unweit des neuen Hauptbahnhofs. Sie wurde in den Jahren 1926-29 auf dem Gelände eines ehemaligen Exerzierplatzes vom Postsportverein errichtet. Nach den Plänen des Architekten Georg Demmler, der selbst aktiver Fußballer war, entstand neben Tennisplätzen, Hallenbad, Freibad und etlichen anderen Sportplätzen auch das Poststadion, das mit rund 60.000 Plätzen lange Zeit das zweitgrößte Stadion der Stadt war.

Es ist ein Ort, an dem Fußballgeschichte geschrieben wurde: 1929 kämpfte hier Sepp Herberger als Spieler von Tennis Borussia gegen Hertha BSC im Endspiel um die Berliner Meisterschaft. 1934 besiegte der FC Schalke 04 vor 45.000 Zuschauern den 1. FC Nürnberg und wurde zum ersten Mal deutscher Fußballmeister. Bei den olympischen Spielen 1936 war das Poststadion dann Arena für das Achtelfinalspiel Deutschland gegen Norwegen, das die Norweger sehr zum Verdruss der gesamten Führung des Dritten Reichs mit 2:0 für sich entscheiden konnten. Noch in den achtziger Jahren spielte hier Hertha BSC in der Oberliga.

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Danach war das Stadion viele Jahr dem allmählichen Verfall preisgegeben, Bäume wuchsen auf den Rängen und die Tribüne wurde baufällig. 1988 sollte es dann wieder zum reinen Fußballstadion ausgebaut werden, jedoch veränderten sich mit dem Mauerfall die Prioritäten in Berlin. Schließlich wurde die Stiftung Denkmalschutz aktiviert und startete das Projekt Poststadion: Über eine Stiftung arbeiten nun seit 2003 arbeitslose Jugendliche in einer »Qualifizierungsmaßnahme« an der denkmalpflegerischen Restaurierung des Stadions.

Für einige Furore sorgte im März 2008 die Ankündigung des Fußballvereins Tennis Borussia, das Poststadion wieder zu einem reinen Fußballstadion umbauen zu wollen und die Heimspielstätte ins Moabiter Poststadion zu verlegen. »In Moabit wohnen zehn Mal mehr fußballbegeisterte Jugendliche als in Charlottenburg« meint Willy Kausch, der Vorsitzende des Aufsichtsrats von Tennis Borussia.

Eine Studie für den Umbau liegt vor; das Video soll einen ersten Eindruck verschaffen.


Lehrter Straße 59, 10557 Berlin

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