Hans-Otto-Theater in Potsdam

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Ein Theater mit einem eigenen Schiffsanleger, das scheint mir zur Potsdamer Kulturlandschaft ganz hervorragend zu passen. Ein wunderbares Gebäude wurde hier gebaut, das seine schönste Seite dem Tiefen See zeigt. Drei rote muschelartige, leuchtend rot gestrichene Dachformen strecken sich dem Wasser entgegen und prägen das Gesicht des Hauses nach außen und ebenso nach innen. Entworfen hat es der Kölner Architekt Prof. Gottfried Böhm. Wegen der traumhaften Wasserlage und der Formen des Gebäudes wird das Theater oft mit dem Wahrzeichen Sydneys, dem Opernhaus des Architekten Jørn Utzon, verglichen.

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Nach der Zerstörung des alten Schauspielhauses im zweiten Weltkrieg spielte das Potsdamer Theater jahrzehntelang in Provisorien und Ersatzspielstätten, deren letzte – die »Blechbüchse« – gebaut wurde, nachdem der bereits in der DRR begonnene Rohbau 1991 abgerissen wurde, und die dann für viele Jahre schon den Charakter eines festen Hauses für das Theater bekommen hatte. Unter den Ersatzspielstätten waren auch ganz wunderbare, wie die Orangerie, wo ich eine wunderbare Aufführung von »Onkel Wanja« gesehen habe. Im Herbst 2006 beendete die Einweihung des neuen Theaters endlich das lange Hin und Her. Beim Richtfest sagte der Intendant Uwe Eric Laufenberg: »Es ist das erste Mal seit Friedrich Wilhelm II., dass in Potsdam ein Theaterbau nicht nur geplant, sondern auch um- und durchgesetzt wurde.«

Das neue Theater liegt auf auf dem Gelände des Kultur- und Gewerbestandorts Schiffbauergasse, der etliche andere schöne alte Gebäude beherbergt, die von der früheren Nutzung als preußische Kaserne und als Industriestandort zeugen. Ein alter denkmalgeschützter Gasometer wurde in die Rückseite des Theaterbaus integriert und dient nun, mit einer Toreinfahrt versehen, als Betriebshof. Ein weiteres Industriedenkmal, eine pittoreske alte Zichorienmühle, grenzt zur Seeseite an das neue Theater und beherbergt das italienische Restaurant »Il teatro«.

Der variable Zuschauerraum des Theaters fasst annähernd 500 Zuschauer. Die Sitze lassen sich komplett auf Bühnenniveau absenken und erlauben damit auch die Nutzung des Hauses für andere Zwecke wie Bälle und Kongresse. Das größte Manko des schönen Baus ist die problematische Akustik, die manchmal die Sprachverständlichkeit beeinträchtigt.

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Mit dem Schiff – am besten einer alten italienischen Riva-Motoryacht aus glänzendem Mahagoni – würde ich hier auch gern einmal hinfahren, anlegen, aussteigen und dann einen schönen Abend im Theater verbringen. 


Schiffbauergasse 11, 14467 Potsdam
0331 98110
www.hansottotheater.de
Öffnungszeiten der Kasse: Mo-Fr 10:00 Uhr-18:00 Uhr, Sa-So 10:00 Uhr-14:00 Uhr

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