Schlosskirche Neustrelitz

Das Schloss, das sich Herzog Adolf Friedrich III. von Mecklenburg-Strelitz 1731 hier bauen ließ, steht schon lange nicht mehr hier – es ist im April 1945 abgebrannt – aber der schöne Schlosspark, der sich fast bis zum Zierke-See erstreckt, ist uns mit etlichen bemerkenswerten Bauwerken erhalten geblieben. Als architektonisches Juwel steht darin auch die Schlosskirche von Neustrelitz. Sie war dem Großherzog und seiner Hofgemeinde vorbehalten und ist entsprechend aufwändig gestaltet und reich verziert.

Der Schinkel-Schüler Friedrich Wilhelm Buttel, der bis zu seinem Freitod 1869 Hofbaumeister des Großherzogs war und wie kein zweiter die Stadt Neustrelitz und ihre Umgebung geprägt hat, schuf hier eines seiner Meisterwerke. Buttel, der ein leidenschaftlicher Vertreter der Gotik und des Bauens mit den Produkten der einheimischen Ziegeleien war, führte den von 1855 bis 1859 erfolgten Kirchenbau dann auch konsequent aus hellgelbem Backstein im neugotischen Stil aus. Ursprünglich hatte sich Buttel mit seinem Entwurf an der gotischen Klosterkirche von Batalha in Portugal orientiert, aber das war Großherzog Georg dann doch zu kostspielig.

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Die vier Evangelisten am Hauptportal

Zwölf schlanke Türme – genau die Zahl der Apostel – schmücken die einschiffige Saalkirche mit dem kreuzförmigen Grundriss. Die Hauptfassade der Kirche ist überaus reich verziert und wird außen von zwei hochaufragenden, schlanken Türmen gekrönt. Den Mittelrisalit flankieren zwei niedrigere Türme. Über dem Portal befindet sich eine Fensterrose, deren Maßwerk ebenfalls zwölf Kreise bildet. Die Terracotta-Figuren der vier Evangelisten – Markus mit dem Löwen, Johannes mit dem Adler, Lukas mit dem Stier und Matthäus mit den Engeln – schuf der Neustrelitzer Bildhauer Albert Wolff. Die drei Nebenfassaden der Kirche sind ähnlich, aber deutlich einfacher gestaltet.

Schlosskirche Neustrelitz
Blick vom Westportal in den Altarraum, rechts die Empore für die herzogliche Familie und die Kanzel „auf Augenhöhe“

In Innern der Schlosskirche fallen dem Besucher beim Eintreten in die ansonsten leere Kirche mit den hellen blaugrauen Wänden das reich verzierte, geschnitzte Holzwerk der Emporen und die freitragende hölzerne Decke, die ganz in den Landesfarben von Mecklenburg-Strelitz – Gelb, Blau und Rot – gehalten ist, ins Auge. Das Altargemälde mit Kreuzabnahme von Georg Kannengießer war zur Restauration als ich die Kirche besuchte.

Die Schlosskirche ist heute umgewidmet zu einer Plastikgalerie die jedes Jahr im Sommer drei Ausstellungen mit Plastiken und Skulpturen zeigt. Die letze der drei Ausstellungen in diesem Jahr zeigt Plastiken aus Terracotta und Bronze des Berliner Künstlers Robert Metzkes – sie beginnt am 30. August und endet am 5. Oktober 2008.


Hertelstraße, 17235 Neustrelitz
03981 25 31 40
www.neustrelitz.de

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