Umweltbundesamt


Foto: © bitterbredt.de / Sauerbruch Hutton

»Welch schön geformtes und farbenfroh gestaltetes Haus!« dachte ich, als ich in Dessau die Auffahrt zur Brücke über die Eisenbahn nahm und nach rechts blickte. Da musste ich gleich abfahren, um mir das näher anzusehen. Am Eingang zum Grundstück empfängt mich der renovierte Bahnhof der ehemaligen Wörlitzer Eisenbahn, mit der man früher in den Wörlitzer Landschaftspark fuhr.

Dahinter erstreckt sich schlangenförmig das Gebäude des Umweltbundesamts, und es sind ganz unzweifelhaft die Architekten von Sauerbruch Hutton („made in Moabit“), die hier ihre Handschrift hinterlassen haben. Die Schlange umfasst ein Atrium und bildet an einem Ende über alle vier Stockwerke verglasten Hof, der Eingang und Empfangshalle ist. Am besten erkennt man die Struktur des Gebäudes aus der Luft:


Foto: Mit freundlicher Genehmigung des Umweltbundesamts

Die Front ist – ähnlich wie beim Photonikzentrum in Adlershof – organisch geschwungen und mit farbigen Glaselementen verkleidet, die die vertikalen Flächen zwischen den Fenstern bedecken. Waagerechte Bänder aus Lärchenholzlamellen laufen zwischen den Fensterbändern um das Haus und betonen die Horizontale.

1996 wurde Dessau zum Amtssitz des Bundesamtes bestimmt, 1998 konnten Sauerbruch Hutton den Wettbewerb für sich entscheiden (Frau Merkel, damals noch Bundesumweltministerin, hielt die Laudatio), und im Mai 2005 wurde der neue Sitz des Umweltbundesamts eröffnet.

Selbstverständlich wurde gerade bei einem Gebäude für die Umweltbehörde großer Augenmerk auf die Ökobilanz gelegt, und so kommen verschiedenen Verfahren zum Einsatz, um den Energiebedarf einzudämmen. Das umfasst sowohl technische Anlagen zur Gewinnung von Energie durch Luft-Erdwärmetauscher, eine Photovoltaikanlage und thermische Solarkollektoren, als auch verschiedene bautechnische Maßnahmen, mit denen Energie eingespart wird.


Umweltbundesamt
Wörlitzer Platz 1, 06844 Dessau

0340 2103-0
www.umweltbundesamt.de
www.sauerbruchhutton.de
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8 Gedanken zu “Umweltbundesamt

  1. Dass bei Planung und Bau von Gebäude heute der Aspekt der Ökobilanz besonders wichtig ist, sollte selbstverständlich sein. Hier scheint aber auch die farbliche Gestaltung der Fassade ein wichtiger Punkt gewesen zu sein. Selten habe ich in den letzten Jahren bei so viel Mut zur Farbe derart Gelungenes gesehen.

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  2. Das ganze Dach ist eine Photovoltaikanlage? Danke für diesen Bericht, so was hätte ich gar nicht für möglich gehalten, funktional UND schön!

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    • Im wesentlichen wohl die jeweils überwiegend der Sonne zugeneigte Seite des Sheddachs, die andere Seite ist aus „unbedecktem“ Glas und lässt Licht in Atrium und Hof.

      Ich finde die meisten der Bauten von Sauerbruch Hutton außergewöhnlich gelungen, charakteristisch ist die Farbigkeit und die organischen Formen.

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  3. „Organische Form“ erinnert mich an den Nierentisch der End-50er. Ich assoziere mal vor mich hin und lande bei einem Phallussymbol. Wer hielt doch noch die Laudatio?

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