Sankt Michael in Krummin

Blick von Süden

Die Krumminer Kirche St. Michael steht auf einem Hügel direkt an der Krumminer Wieck, einer Bucht am Usedomer Achterwasser. Sie wurde als spätromanische Kirche wohl schon Anfang des 13. Jahrhunderts gebaut, denn sie wird samt dem Ort Krummin – damals latinisiert noch Cromina oder Crominino genannt – bereits 1230 in alten Urkunden erwähnt. Auf dem Feldsteinsockel dieser ursprünglichen Kirche entstand um 1260/1270 eine neue Pfarrkirche, ausgeführt in Backsteingotik als einfacher Saalbau mit geradem Chorschluss. Mit der Gründung einer Niederlassung des Wolliner Zisterzienser-Nonnenklosters avancierte das dörfliche Gotteshaus 1302 zur Klosterkirche und wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut und vergrößert.

Die erste Erweiterung erfuhr die Kirche im 15. Jahrhundert in Form eines polygonalen Chors, der von überaus massiven Strebepfeilern gestützt wird.

Um 1857 kamen dann der weithin sichtbare neogotische Turm und die beiden Querbauten hinzu, die sich heute mit ihrem weißen Putz deutlich von den älteren, in Backstein ausgeführten Teilen der Kirche abheben. Beides wurde auf Anweisung und nach Plänen von König Friedrich Wilhelm IV. errichtet. Vom Kloster selbst ist nichts mehr erhalten, und das in den Jahren 1993/94 aufwändig restaurierte Gebäude ist nun das einzige erhaltene klösterliche Bauwerk auf Usedom. Unter den Bäumen, die auf dem Kirchplatz stehen, findet man eine Dauerausstellung von Schautafeln, die über die Geschichte der Kirche und des ehemaligen Klosters Auskunft geben.

Von der ursprünglichen Ausstattung ist ein Kruzifix über dem Altar erhalten, das ein Stralsunder Meister um 1500 erschaffen hat. Auffallend ist die Triskele aus drei Fischleibern, die den Altar ziert.

Der spätmittelalterliche Marienaltar, der 1938 zur Restaurierung in das Landesmuseum Stettin gebracht wurde, ist dort geblieben und ist heute Teil der Daueraustellung des Nationalmuseums in Stettin. Der Krumminer Kelch, ein spätgotischer Abendmahlskelch mit reichen Verzierungen in Drahtemail, ist im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald zu besichtigen.


St. Michael
Dorfstraße , 17440 Krummin

www.kirchenkreis-greifswald.de

Die Kirche ist täglich von 10.00 Uhr bis 20.00 Uhr geöffnet.


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