Borsig-Relief

1848 wurde Moabit der neue Standort der Borsig-Maschinenfabriken, die vor allem durch den Bau von Lokomotiven bekannt geworden sind, nachdem das ursprüngliche Gelände des Werks am Oranienburger Tor zu klein geworden war. Die Moabiter Fabrikanlagen erstreckten sich nach dem 1850 erfolgten Ankauf der Maschinenbauanstalt der Preußischen Seehandlung von der Kirchstraße bis weit über die Stromstraße hinaus die Spree entlang. Rund fünfzig Jahre später verließ Borsig wegen erneuten Platzmangels Moabit und verlegte das Werk nach Tegel.

An den ehemaligen Standort erinnert ein Giebelrelief am Haus Alt-Moabit Ecke Kirchstraße, das um die Wende zum 20. Jahrhundert errichtet wurde. Es zeigt Albert Borsig, den Sohn des Firmengründers, unter dessen Ägide die Borsigwerke ihr größtes Wachstum erfuhren, inmitten von allerlei allegorischen Darstellungen des Maschinenbaus. Mit Preußischer Bescheidenheit ist sein Konterfei doch recht klein und unauffällig im Vergleich zu den wesentlich größer dargestellten Heroen und Heroinnen des industriellen Fortschritts.

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5 Gedanken zu “Borsig-Relief

  1. Was ich schon immer wissen wollte, mich aber nie zu fragen traute: Woraus waren die Stuckarbeiten gemacht, als es noch keinen „hochverdichteten Polyurethanschaum“ gab? Ich wüsste gerne, warum und wodurch die Stuckarbeiten vergangener Jahrhunderte wetterfest waren. Weißt Du vielleicht etwas darüber?

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  2. Es war schlicht und ergreifend Gips, jedenfalls für den Stuck, den man innen anbrachte und der als Meterware aus dem Katalog bestellt wurde. Für außen wurde wohl Kalk hinzugegeben, um den Stuck gegen Regen beständiger zu machen. Etwas mehr findest du in diesem Artikel bei der Stiftung Denkmalschutz.

    An dem Haus, in dem ich wohne, wurde vor rund 15 Jahren neuer Stuck angebracht, der bröselt heute vor sich hin. Wo öfter Wasser eindringt, sieht er aus wie ein Schwamm, die weicheren Bestandteile wurden bereits ausgewaschen.

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  3. Danke für den Link zu diesem interessanten Artikel. Aus ihm geht aber auch nicht hervor, wieso der Außen-Stuck vergangener Zeiten eben nicht auf die von Dir beschriebene Weise bröckelte. Ich habe mal gefragt auf der Seite. Vielleicht weiß es ja doch jemand.
    Innen war es ja nur danne in Problem, wenn es sehr feuchte Räume waren. Gegen Wasser ist Gips eben allergisch, außer beim Anmachen.

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