Umspannwerk Moabit

Franz Schwechten, nach dessen Plänen neben vielen anderen Gebäuden in Berlin auch das Kraftwerk Moabit gebaut wurde, hat uns zwischen Wilhelmshavener- und Stromstraße inmitten der geschlossenen Wohnbebauung eines der ältesten Umspannwerke Berlins hinterlassen.

Derweil die prachtvolle Stuckfassade an der Wilhelmshavener Straße klassizistisch-historisierend gestaltet ist und so gar nicht das Gesicht eines Zweckbaus trägt, ist das 1901 fertiggestellte Gebäude im Inneren ganz sachlich-technisch gehalten. Um 1925 entstand hinter Schwechtens Bau nach Plänen des Bewag-Hausarchitekten Hans Heinrich Müller ein Erweiterungsbau aus Backstein, ganz im Stil der neuen Sachlichkeit und mit einer starken Betonung der Horizontalen, die Müller – wie so oft an seinen Bauten – durch schmale, hohe Fenster erreicht. Dem ursprünglichen Zweck dienen beide Häuser schon lange nicht mehr, alle technischen Einrichtungen wurden bis auf wenige Ausnahmen demontiert, so dass sich die großen Räume, die sich im Erdgeschoss des Müllerschen Baus über zwei Etagen erstrecken, völlig leer sind und einer neuen Verwendung harren. Ein dritter, erst 1986 erstellter Bau an der Stromstraße beherbergt heute die technischen Einrichtungen zur Stromverteilung.

Mit einer Kunstausstellung lässt sich das Gebäude ganz hervorragend bespielen, vor allem, wenn die ausgestellten Werke groß sind und Raum brauchen, um ihre Wirkung entfalten zu können. Das ist mit „The Disasters of Peace“ der Fall: sechzehn Künstler stellen hier ihre Werke aus, und einige sind so groß, dass sie wohl nur mit Mühe einen anderen Raum finden könnten.

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Bis zum 10. Oktober 2010 kann man die Ausstellung – und das Umspannwerk – noch besichtigen, geöffnet ist täglich von 10:30 bis 21:00 Uhr. Bleibt zu hoffen, dass dieser wunderbare Ort zukünftig öfter für Ausstellungen und ähnliches verwendet wird und damit der Öffentlichkeit zugänglich wird.


Umspannwerk Moabit
Wilhelmshavener Straße 7, 10551 Berlin


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11 Gedanken zu “Umspannwerk Moabit

  1. Bei den Schleifen hab ich auch eher einen (von mir vermuteteten) Frauengeschmack: ich fand sie toll. Zu Nekerman ist zu sagen, dass es das einzige Werk mit einer „Bedienungsanleitung“ war, in der der Künstler erklärt, dass es sich um zusammengesetzte Buchstaben aus präkapitalistischer Werbung aus Bukarest handelt, und dass Nekerman damals, im sozialistischen Rumänien, ein Synonym für den unerreichbaren Luxus aus westdeutscher Produktion war,

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