Pumpen-Schilda

Sie gehören nach Auffassung vieler Berliner ebenso zum Stadtbild wie die umweltfreundlichen Gaslaternen: die Pumpen, die am Straßenrand stehen und einst das Trinkwasser für die Pferde lieferten, die die Fuhrwerke über die Berliner Straßen zogen. Heutzutage haben die Pumpen die Aufgabe, im Notfall die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser zu sichern. Darum gibt es neben den vielen historischen, aufwendig verzierten auch moderne, sachlich gestaltete Pumpen.

Die Straßen- und Grünflächenämter der Bezirke sind u.a. für den Unterhalt und die Instandsetzung dieser Trinkwassernotversorgung verantwortlich. Offensichtlich hat das für den Bezirk Mitte zuständige Amt den Auftrag zur Instandhaltung einer Straßenpumpe in der Lübecker Straße an ein Unternehmen erteilt. Erst wurden Halteverbotsschilder aufgestellt, dann rückte die Baukolonne an. Am ersten Tag wurde eine Art Sammelbecken mit Überlauf unter dem Pumpenauslauf angebracht, am zweiten Tag wurde auf der anderen Seite der Pumpe gegraben und irgendeine unterirdische Instandsetzung durchgeführt, abschließend wurde die Pumpe im typischen dunkelgrün frisch gestrichen. Nach zwei Tagen intensiver Arbeit mit mehreren Kräften war die Arbeit dann erledigt, die Pumpe strahlte in ihrem neuen grünen Kleid.

 
3.11.2017 Noch ein Pinselstrich, gleich ist alles fertig, Baustelle bald geräumt

So sah es zumindest aus. Allerdings rückten die Arbeiter nach drei Tagen Pause erneut an, gruben die frisch instandgesetzte Pumpe aus und luden sie auf ihren LKW.


6.11.2017 Pumpe ausgebaut und auf LKW geladen

Nun gähnt hier statt der Pumpe ein Loch mit einem Bauzaun darum. Die Halteverbotsschilder wurden inzwischen abgeräumt, was die Befürchtung aufkommen lässt, dass diese Situation länger so bleiben wird.


8.11.2017 Wie lange das wohl so bleibt?

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9 Gedanken zu “Pumpen-Schilda

  1. Eine spektakuläre Aktion! Auch wenn es nur „kleine Beträge“ sind, die dort verbraten werden: Irgendwie muss doch das Geld ausgegeben werden!

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  2. Abwarten. Wer will gleich Böses dabei denken, wenn die Handwerker ihre Arbeit mal ordentlich machen. Wahrscheinlich wird die Pumpe jetzt in aufwändiger Kleinarbeit denkmalgerecht restauriert, bevor wieder Hunde und Rotzgören sich daran erfreuen können. ;-)

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  3. Haha! Und jetzt werden rings um den Bauzaun immer mehr Fahrräder angeschlossen, deren Rohre und Speichen irgendwann als Anbringungsort für Liebesschlösser entdeckt werden, und irgendwann muß die Stadt kommen und das Ganze abräumen, weil sonst ein U-Bahn-Schacht einkracht oder so was.
    Und dann werden sich alle die Pumpe zurückwünschen …

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