Reise mit Hurtigruten – Tag 5: Stokmarknes – Tromsø – Skervøy

Der fünfte Tag der Reise bescherte uns zwar viele Häfen, die meisten wurden aber nachts angelaufen: nach Fahrplan Stokmarknes 1:00 bis 1:15, Sortland 2:45 bis 3:00, Risøyhamn 4:15 bis 4:30, Harstad 6:45 bis 7:45 und Skjervøy 22:30 bis 22:45. Ich gebe zu, in Harstad hätte ich auch schon an Deck sein können. So aber begann mein Outdoor-Leben erst beim Anlaufen von Finnsnes gegen 11 Uhr – nach dem wie immer ausführlichen Frühstück und einem Vortrag über das norwegische Friluftsliv (mehr als nur Outdoor-Aktivitäten, siehe dazu z.B. den Artikel Reiches Leben mit einfachen Mitteln). In Finnsnes hatte es heftig geschneit und hörte erst kurz nach dem Anlegen auf.

Gegen 13:30 erreichten wir den Rystraumen, mit rund 500 m Breite die engste Stelle des Straumsfjords zwischen Kvalsøy und der namensgebenden Insel Ryøy. Durch diese Enge stellt sich hier ein starker Gezeitenstrom mit einer Geschwindigkeit von bis zu acht Knoten (15 km/h) ein. Aufgrund der besonderen Strömungsverhältnisse mit großem Nahrungsangebot weist der Rystraum eine reichhaltige Fauna und Flora auf, darunter Seeanemonen, Schwämme, Korallen und Muscheln (haben wir natürlich alle nicht gesehen). Die Strömung kann hier so heftig sein, dass auch mal ein Hurtigrutenschiff nicht sicher passieren kann, so wartete die Kong Harald im August 2016 wegen Strömung und Wind zweieinhalb Stunden bei Straumsbukta auf bessere Verhältnisse.

Im Anschluss an die Durchquerung des Rystraums gab es eine Präsentation der Königskrabbe auf dem Achterdeck. Die von den Russen vor Jahrzehnten in der Barentssee angesiedelten Kamtschatkakrabben hat sich mangels natürlicher Feinde enorm ausgebreitet.

Am frühen Nachmittag, um 14:15 Uhr, legte die MS Nordkapp schließlich in Tromsø an, mit rund 75.000 Einwohnern die größte Stadt Nordnorwegens und die drittgrößte Stadt weltweit, die nördlich des Polarkreises liegt. Alles dreht sich hier um den einen Superlativ: Tromsø hat die nördlichste Universität, die nördlichste Kathedrale, den nördlichsten botanischen Garten und die nördlichste Brauerei der Welt.

Schon vor der Reise stand der Plan fest, mit der (nördlichsten?) Seilbahn Fjellheisen auf Tromsøs Hausberg, den Storstein, zu fahren, um von dort oben (421 m) den großartigen Ausblick über die Stadt zu genießen, die zum größten Teil auf einer Insel zwischen Sandnessund und Tromsøysund liegt. Mit dem Bus der Line 26 ging es vom Markplatz Stortorget (Fahrscheine im Narvesen, einfache Fahrt NOK 31, für Kinder und Senioren ab 67 NOK 19) über die Tromsøybrua, an der Eismeerkathedrale vorbei und in einer großen Schleife durch das total verschneite Tromsdalen zur Talstation der Seilbahn. Das Wetter sah immer noch gut aus mit freier Sicht zur Bergstation. Also kauften wir Fahrkarten: rauf und runter pro Person 190 NOK.

Die Seilbahn fährt jede volle und halbe Stunde, im Winter zwischen 10 und 23 Uhr, im Sommer zwei Stunden länger. Wir mussten etwa zwanzig Minuten warten, bevor wir in eine Gondel durften. Inzwischen hatte es angefangen zu schneien, und als wir die vier Minuten dauernde Fahrt hinter uns hatten, waren Schneetreiben und Nebel so dicht, dass man gerade mal 20 Meter weit sehen konnte. Von unserer bisherigen Reise wussten wir aber, wie schnell sich das Wetter hier ändern kann, und wir fassten uns in Geduld. Was sich lohnte, denn nach einer halben Stunde klarte es wieder auf, und man konnte immer mehr von Tromsø sehen.

Nach der Talfahrt und der Rückfahrt mit dem Bus mussten wir noch ein gutes Craft-Bier in der Bryggeri 13 trinken (es gibt eben nicht nur eine nördlichste Brauerei in Tromsø), dort waren wir schon im Sommer eingekehrt und hatten uns lange mit den freundlichen Brauern unterhalten.

Um 18:30 legte die MS Nordkapp wieder ab und nahm Kurs auf Skjervøy. Kurz nach 21 Uhr begegneten wir der MS Lofoten, dem ältesten und kleinsten Schiff der Hurtigrutenflotte, das wir später auf der südgehenden Fahrt in Trondheim besichtigen würden.

Das Abendessen stand am fünften Tag unter dem Motto Nördlich von Eden: „Die Arktis galt für den Menschen einst als unbewohnbar, vor allem aufgrund fehlender Lebensmittel. Die Norweger bewiesen jedoch das Gegenteil. Auf dem heutigen Menu ist Hühnersuppe von Andvika, arktischer Saibling vom Sigerfjord und Joghurtkuchen von Røros.“

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5 Gedanken zu “Reise mit Hurtigruten – Tag 5: Stokmarknes – Tromsø – Skervøy

    • Auf dem Mittagsbuffet, das ich nicht hatte, gab es immer ein paar Sorten Fisch, Kaviar (nicht vom Stör) und Krebsfleisch, auch als Salat. Auch schon beim Frühstücksbüffet, aber etwas weniger Auswahl.

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  1. Löwenzahnblüttensyrup!
    Wie schmeckt es?

    (ich glaube Tromsø wurde mir gut gefallen, habe gerade, wie immer nach der Lektüre Eurer Reise, ein bisschen gegoogelt. Und wie unheimlich schick, einen Brauer in Tromsø zu kennen und wieder zu besuchen, ich schätze das können die wenigsten über sich behaupten!)

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    • Löwenzahnblütensyrup schmeckt nicht so sensationell wie es klingt. Tromsø ist wirklich eine sehr lebendige und junge Stadt mit Jahr für Jahr wachsender Bevölkerung. Und genug Kneipen und Restaurants. Hat uns auch beim dritten Besuch (wir kommen ja südwärts noch einmal hier hin) sehr gut gefallen.

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